Content Marketing – Eine Begriffsentwirrung

An Content Marketing ist es dieser Tage schwer vorbeizukommen. Alle schwören darauf, jeder will es und einige stellen Content her.

Content Marketing – Eine Begriffsentwirrung
©youtube.com/edeka

Wer schon immer nur Bahnhof verstand, wenn die Gespräche sich um Content Marketing drehen, sich aber nie getraut hat einmal nachzufragen, für den habe ich eine gute Nachricht: Dieser Artikel ist für Sie!

Die Definition

„Beim Content Marketing stehen die Zielgruppe ansprechende Inhalte zur Bewerbung eines Produktes im Vordergrund. Im Gegensatz zu klassischer Werbung geht es dabei nicht primär um eine positive Darstellung, sondern um nützliche Informationen, Beratung oder Unterhaltung. Dies kann neben Texten auch zum Beispiel über Bilder, Infografiken und Videos erfolgen.“ (Definition von OnlineMarketing.de)

Zwar ist Content Marketing eine Form von Werbung. Allerdings ist das primäre Ziel nicht das Verkaufen, sondern das Liefern eines Mehrwerts für den User, und das ist der springende Punkt, der Content Marketing von konventioneller Werbung unterscheidet. Content Marketing zielt immer darauf ab, der Zielgruppe einzigartige Inhalte zu liefern, die sie benötigen und wollen. Nicht zuletzt aufgrund des schlauen Algorithmus von Google, der Webseiten inzwischen auch nach Kontext und Mehrwert rankt, ist Content Marketing dieser Tage bei Advertisern so beliebt. Geben wir dem Kind zur Verdeutlichung einen Namen: Advertorials, Sponsored Posts, Whitepaper, E-Mail Newsletter und Testimonials – all dies und noch viele weitere sind Ausprägungen von Content Marketing. Gelingt es Unternehmen, Inhalte mit echtem Mehrwert zu liefern, um das ein konsistentes Storytelling aufgebaut wird, erhöht das nicht nur das Vertrauen und stärkt die Authentizität, sondern kurbelt auf lange Sicht auch Umsätze an.

Die Praxis

Drei Beispiele gelungener Content Marketing-Kampagnen auf jeweils unterschiedlichen Kanälen:

Youtube

Jeder erinnert sich sicher noch an das Supergeil-Video des Lebensmittelkonzerns Edeka aus dem vergangenen Jahr.

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=jxVcgDMBU94]

Ist diese Kampagne nun Werbung oder Content Marketing? Eines zumindest ist klar: Das Video ging binnen kürzester Zeit auf allen sozialen Kanälen viral und bereitete den Usern viel Spaß. Sicherlich konnte Edeka damit einige Fans dazu gewinnen und neue Maßstäbe setzen. Da in dem Video, das unter der Federführung der Werbeagentur Jung von Matt entstand, nicht direkt ein Produkt beworben wurde, sondern den Nutzern einfach Spaß bringt, handelt es sich um Content Marketing. Es soll eine langfristige Beziehung zum Kunden aufgebaut, statt einfach nur Produkte an den Mann gebracht werden – was Kunden in der Regel eher verschreckt.

Newsportale

Ein weit verbreitetes Format für Content Marketing sind Advertorials. Die Sport Bild etwa platziert sie üblicherweise zwischen ihren redaktionellen Artikeln. Das Advertorial des Werbekunden Toto-Lotto fügt sich aufgrund der Formatierung, die von einem echten Artikel nur durch die Kennzeichnung als Anzeige zu unterscheiden ist, problemlos ein:

advertorial tor fuer deutschland
© Sportbild.de

Advertorials sind, ähnlich wie in diesem Beispiel (“ ‚Tor für Deutschland‘ – jetzt hier mitmachen!“), häufig mit einer Call-to-Action versehen, um Leads zu generieren.

Social Media

Content Marketing hat sich in den Social Media Kanälen als beliebtes und erfolgreiches Marketing-Instrument etabliert. Instagram beispielsweise ist für Advertiser die erste Adresse unter den sozialen Netzwerken, wenn es um Blogger Relations geht. Instagram ist das Blogger-Netzwerk. Die Reichweite der sich dort tummelnden Blogger ist riesengroß und so haben auch Werbungtreibende das Social Network für sich entdeckt, um ihre Produkte dort platzieren zu können.

instagram mode blogger
instagram mode blogger

Die virale Kampagne von Lord & Taylor, die Ende März startete, ist ein anschauliches Beispiel für Content Marketing mit Influencern auf Instagram. Das Bekleidungsunternehmen stattete im Rahmen seiner Promotion für die neue Modelinie „Design Lab“ eine ganze Reihe an Bloggerinnen mit dem gleichen Kleid aus, das sie alle auf Instagram posteten. Die Bloggerinnen wurden für ihre Dienste bezahlt, der Content allerdings nicht als Werbung gekennzeichnet. Trotz dieses Verstoßes gegen die Richtlinien der amerikanischen Kartellamtes sowie sämtlicher ethischer Codes von Social Media Marketern ging die Kampagne viral und das Kleid war innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

Ausblick

Weil Content Marketing, wenn es gut gemacht ist, ein solch Erfolg bringendes Werkzeug im Marketing ist, ist es immer lohnenswert, über den Einsatz nachzudenken – was heute mehr denn je der Fall ist. Die Wahrnehmung gegenüber Werbung hat sich verändert. Die User wollen Mehrwert, Authentizität und Produkte von Unternehmen, denen sie vertrauen. Content Marketing kann helfen, Vertrauen aufzubauen und auf diese Weise langfristig Umsätze ankurbeln.

[ssba]