Franchise-Rockstars:
Christine Margreiter, Wax in the City

Heute ist wieder eine Dame zu Gast bei den Franchise-Rockstars, nämlich Christine Margreiter. Christine hat das Franchisesystem „Wax in the City" 2005 in Berlin gegründet, dabei geht es um das Thema Haarentfernung, dem sogenannten Waxing.

Christine Margreiter

Hallo und herzlich willkommen zum Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Gastgeber und Moderator der Show. Heute habe ich wieder eine Dame zu Gast und zwar die Christine Margreiter. Die Christine hat das Franchisesystem „Wax in the City“ 2005 in Berlin gegründet und sie beschäftigt sich da mit Haarentfernung, dem sogenannten Waxing.

Sie ist, im Gegensatz zu anderen Systemen, sehr schnell ins Ausland gegangen und ist mittlerweile in sechs Ländern mit ihrem Franchisesystem aktiv. Sie erzählt uns, wie es dazu kam und für uns Männer vielleicht auch ganz interessant, mit wieviel Schmerzen das Waxing so verbunden ist. Hören wir direkt in das Interview herein.

Links

Webseite:
Wax in the City

Buchempfehlung:
Das Geheimnis erfolgreicher Firmen von Michael Gerber
Teure Fehler: Die 7 größten Irrtümer in schwierigen Verhandlungen von Matthias Schranner

Das Interview zum Nachlesen:

LB = Lars Bobach
CM = Christine Margreiter

LB:
Ja, Christine, schön das Du da bist und die erste Frage, die mich wirklich total beschäftigt, ist natürlich, wieviel Schmerzen sind das denn mit Waxing? Mit wieviel Schmerzen ist das Waking verbunden?

CM:
Das ist natürlich eine typische Frage, die Männer stellen. Männer fragen immer als erstes, wie groß ist der Schmerz und tut das weh? Und Frauen fragen immer, wie lange hält das an?

LB:
Okay, echt?

CM:
Und die Antwort ist, Schmerz ist individuell und bei uns ist es natürlich nicht so schmerzhaft.

LB:
Okay. Da habe ich das Klischee ja voll erfüllt, dass ich das als allererstes frage. Das ist ja wunderbar.
Wenn Frauen fragen, wie lang hält das an? Wie lange hält’s an?

CM:
Das ist natürlich individuell, hängt ein bisschen vom Haarwuchs ab, aber in der Regel so zwischen drei und fünf Wochen.

LB:
Ah, okay. Schön, dann haben wir das schon mal geklärt. Dann wollen wir jetzt auch mal wirklich in das Franchisesystem einsteigen, deshalb bist Du ja auch eigentlich hier. Da freue ich mich sehr drüber. Lass uns doch jetzt mal an den aktuellen Zahlen von Wax in the City teilhaben, also Zahlen, Daten, Fakten, was kannst Du da anbieten?

CM:
Zunächst mal vielen Dank für die Einladung. Wax in the City wurde 2005 gegründet, wir haben aktuell 23 Studios, die von 15 Franchisenehmern betrieben werden, in sechs Ländern, insgesamt so über 200 Mitarbeiter. Unser Systemumsatz bewegt sich so im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

LB:
In welchen Ländern seit ihr aktiv, wenn Du sagst in sechs Ländern? Also in Deutschland, Österreich wird ja dabei sein, Du als gebürtige Österreicherin.

CM:
Genau, wir sind in Deutschland, Österreich, in der Schweiz, in Irland, in Dublin haben wir zwei Studios, in London und in Budapest.

LB:
Okay. Wie kommt das? Ich sage mal, von der Anzahl der Franchisenehmer seid ihr ja nicht so groß, aber die Verbreitung ist ja schon relativ groß. Wie ist das passiert, dass ihr da in Dublin seid und Budapest? Wie kam das?

CM:
Also, wir sind sehr opportunistisch gewachsen, nicht so wie man üblicherweise wächst, dass man sagt, zuerst musst du mal in Deutschland groß werden und dann kannst du überlegen, ob du auch außerhalb von Deutschland expandieren willst.

Wir haben einfach Anfragen bekommen, von Kunden und von Interessierten, die das System gut fanden, die Marke gut fanden, die Idee gut fanden. Wir haben uns dann mit den Bewerbern getroffen und es hat dann auch geklappt. Dann haben wir eben beschlossen, warum sollten wir dann eben nicht nach Irland gehen und warum sollen wir nicht nach Budapest gehen?

Obwohl das selbstverständlich eine Herausforderung ist, ein junges System und auch ein neues Geschäftsmodell, dann gleich als mehrsprachiges System darzustellen und dann eben auch umzusetzen. Aber wir haben es geschafft und wir wissen jetzt, wie man ein Franchisesystem in einem Land umsetzt, dessen Sprache wir überhaupt nicht mehr verstehen, wie zum Beispiel Ungarn.

LB:
Das ist interessant, weil ich stelle ja auch Dir gleich die Frage, was war die größte Herausforderung oder vielleicht der größte Fehler, den du gemacht hast als Franchisegeber und was hast du daraus gelernt?

Kai Enders von Engel & Völkers, der hat gesagt, der größte Fehler wäre gewesen, sie wären opportunistisch ins Ausland gegangen und hätten das gar nicht geregelt bekommen. Bei dir ist das jetzt genau umgekehrt.

CM:
Ja, wir haben natürlich jetzt nicht so viele Studios im Ausland, aber ich denke, es hängt auch ein bisschen von den Partnern ab und wir haben sehr gute Partner im Ausland. Aber Du stellst mir ja noch die Frage, welche die größte Herausforderung war und die hängt auch mit einem Studio oder mit einem Partner im Ausland zusammen, wenn auch ein bisschen anders, wie bei Kai Enders.

LB:
Jetzt würde mich aber mal interessieren, wie bist du auf die Idee gekommen? Du bist ja nicht aus dem Beautybereich, das hast du mir im Vorgespräch erzählt. Wie kommt man jetzt auf die Idee, so ein Waxing-Studio überhaupt aufzumachen?

CM:
Einmal aus persönlichen Gründen, ich bin dunkelhaarig und beschäftige mich, wie viele Frauen, seit mir Haare wachsen, mit der Haarentfernung. Ich habe mich auch schon immer mit Trends beschäftigt und es war eigentlich immer interessant, zu sehen, dass es so etwas gibt, wie den Lipstick-Faktor, d.h. wenn es der Wirtschaft schlechter geht, dann steigen die Kosmetikausgaben für Schönheit und Kosmetik. Warum? Menschen wollen erfolgreich sein und schöne Menschen sind erfolgreicher.

Dieser Faktor hat mich immer interessiert und ich fand das total spannend und habe mir damals schon überlegt, wenn ich mal wieder was Neues machen sollte, dann könnte ich mir das sehr gut in diesem Bereich vorstellen.

Entstanden ist diese Idee eigentlich durch Zufall. Ich habe mich mit meiner heutigen Partnerin getroffen und wir haben, so wie Frauen manchmal über alles mögliche sprechen, was auch Schönheitsdienstleistungen betrifft. Wir kamen dann auf dieses Thema Haarentfernung und wie unzufrieden wir mit dem Angebot sind. Wir haben uns dann gefragt, warum gibt es eigentlich nicht so was wie Waxing-Studios, wie es die auch in Amerika schon damals gab. Es gab eigentlich nur zwei Überlegungen, warum nicht.

Einmal, weil es vielleicht tatsächlich keine Nachfrage gibt und zweitens, weil noch niemand auf diese Idee gekommen ist. Wir haben beschlossen, es ist die zweite Antwort und haben dann eben „Wax in the City“ gegründet und eben auch damit das erste Waxing-Studio innerhalb von Deutschland.

LB:
Und wie darf ich mir das vorstellen? Da hast du dann gesessen und irgendwelche Pads aufgelegt und gewachst? Das hast du selber gemacht?

CM:
Ich kann das nicht. Ich habe noch nie aktiv ein Waxing durchgeführt. Nein, wir hatten diese Idee und wir hatten von Anfang auch diese Vorstellung, nicht jetzt ein Waxing-Studio zu machen, sondern eben eine Marke aufzubauen und eine Kette aufzubauen und so ein Dienstleistungssystem auch zu skalieren.

Wir sind dann nach Brasilien gefahren und haben uns auch verschiedene Waxing-Studios angeschaut, haben Trainer engagiert, die unsere ersten Mitarbeiter ausgebildet haben. Ich war aber unser erstes Modell.

LB:
Okay. Hattest du denn Franchising schon im Kopf, wenn du sagst skalieren. Das kann man natürlich auch über Filialisierung oder war Franchising von vornherein klar?

CM:
Also genauso wenig Ahnung, wie ich von Waxing hatte, hatte ich auch von Franchise. Wir sind am Anfang so gestartet, dass wir mit eigenen Filialen wachsen wollten, haben aber dann sehr schnell Anfragen bekommen, ob man das in Lizenz oder als Franchisesystem eben auch woanders umsetzen kann. So entstand dann der Gedanke, warum nicht Franchise.

Wir haben dann beide Systeme gefahren, Filialsystem und Franchisesystem, was sich aber irgendwann herausgestellt hat, keine sehr gute Entscheidung ist, weil es unterschiedliche Organisationsformen sind.

Bei einem Filialsystem brauche ich eher ein sehr starkes operatives Management und bei einem Franchisesystem geht es eher darum, dass eine Zentrale oder ein Franchisegeber gute Instrumente und auch Werkzeuge entwickelt, damit ein Franchisenehmer vor Ort das Geschäftsmodell auch gut umsetzen kann. Man braucht eigentlich eine andere Organisationsform.

Aber das hat sehr lange gebraucht bis wir dieses Learning hatten oder bis wir uns auch zu dieser Entscheidung durchgerungen haben, uns auf Franchise zu konzentrieren. Das machen wir jetzt seit 2015 und geben auch systematisch unsere eigenen Filialen ab. Bis auf zwei Filialen hier in Berlin, die wir eben auch als Desk-Studios und Musterstudios weiterhin selbst betreiben.

LB:
Und der Name? Ist der so entstanden, wie ich mir das vorstelle?

CM:
Wie stellst du es dir denn vor?

LB:
Es gab ja zu der Zeit so eine Fernsehserie, die sehr beliebt war, oder?

CM:
Die war schon eigentlich nicht mehr aktuell. Der Name ist tatsächlich nicht so entstanden. Ich komme auch aus dem Bereich Marketing und es war für uns wichtig, nachdem wir auch ein ganz neues Genre gegründet haben, nämlich das Genre des Waxing-Studios, das gab es ja in dieser Kosmetikbranche gar nicht, war es klar, wenn wir einen Markennamen haben wollen, dann sollte er auch die Dienstleistung bezeichnen und kein Fantasiename sein.

Und Enthaarung klingt einfach nicht sexy. So kamen wir sehr schnell auf den Begriff Waxing und in the City ist auch ein bisschen dem geschuldet, es ist ein urbanes System. Wir haben immer von vornherein gesagt, es muss convenient sein, es darf keine Termine geben.

Denn das sind die ersten Termine, die wir als Unternehmerinnen oder als beschäftigte Frauen eigentlich absagen oder verschieben. Das sind solche Termine wie Kosmetikbehandlungen und daher wollten wir von Anfang an einen Walk-In Service haben. Das geht aber nur, wenn man eine gewisse Fluktuation hat und das geht nur in der Stadt.

Daher eben auch „Wax in the City“. Natürlich gibt es dann Assoziationen, die uns nicht unangenehm sind, selbstverständlich.

LB:
Wenn Frauen das als erste Termine absagen, bei mir sind das immer die Zahnarzttermine, die ich als erstes verschiebe.

CM:
Es gibt eben Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

LB:
Ja, das haben wir am Anfang ja auch festgestellt. Genau. Jetzt mal, um auf das Franchisesystem zu sprechen zu kommen, was müssen denn jetzt potenzielle Franchisenehmer mitbringen, um bei Euch Partner zu werden?

CM:
Zunächst mal den Willen und die Leidenschaft überhaupt unternehmerisch tätig sein zu wollen. Ich denke, ohne das geht es nicht. Da kann man sich nicht selbständig machen. Und, da wir eigentlich nur mit Menschen arbeiten, wir arbeiten mit Kunden. Unser Vermögen, wenn man so will, sind unsere Mitarbeiter. Man sollte also auch gerne mit Menschen arbeiten und man sollte auch kein introvertierter Mensch sein, sondern eher ein extrovertierter, ein kommunikativer. Eben einer, der sehr gerne nach außen geht und der sich nicht hinter den Schreibtisch oder den Computer zurückziehen will.

LB:
Aber ihr sucht schon die Partner, die auch wirklich in den Studios stehen? Also nicht so wie du, die Unternehmer, sondern die sollen dann schon da so eine Art Kosmetikbehandlung vornehmen?

CM:
Das ist so ein Thema, mit dem wir uns momentan beschäftigen. Bisher haben wir eigentlich sehr viele Quereinsteiger. Meistens sind es Kunden, die Interesse haben an einem Wax in the City – Studio. Warum? Die müssen natürlich als klassischer Franchisenehmer auch ein gewisses Eigenkapital mitbringen und eine Bonität, um eben auch die Finanzierung für ein Studio zu bekommen.

In der Regel haben Leute, die im Beautybereich sind oder in der Kosmetikbranche, zu wenig Eigenkapital oder sind gegenüber Banken nicht liquide genug, um die Finanzierung hinzubekommen.

Die meisten unserer Partner sind operativ im Studio tätig, aber nicht in der Kabine, sondern an der Rezeption, als Studioleitung, als erste Ansprechperson für unsere Kunden.

LB:
Jetzt hast du gerade schon das Thema aufgebracht. Was muss man an Eigenkapital mitbringen? Was muss man investieren in so ein Studio?

CM:
Insgesamt mit Eintrittsgebühr und Erstinvestition muss man ungefähr 100.000 Euro mitbringen. Dann muss man natürlich auch noch die Anfangsliquidität mit berücksichtigen, die man gerade für das erste Jahr benötigt.

Es hängt auch immer etwas davon ab, wie der Standort ist, wie groß das Lokal ist und in welchem Zustand man es vorfindet und wieviel man letztendlich investieren muss.

LB:
Aber 100.000 jetzt Investition, nicht Eigenkapital?

CM:
Das ist Investition, ja. Das Eigenkapital hängt natürlich immer ab von der Bonität des jeweiligen Partners.

LB:
Das ist klar. Was bietet ihr denn jetzt genau für Lizenzen, also Franchiselizenzen an?

CM:
Wir haben einmal das klassische Franchisemodell, wo der Franchisenehmer einen Standort sucht, die Finanzanzierung, dann das Studio mit unserer Unterstützung aufbaut und betreibt. Dann haben wir gerade ein neues Modell entwickelt, nämlich eine sogenanntes Pachtmodell.

Damit wir auch Partner bekommen, die bereits in der Beautybranche tätig sind, wie Kosmetikerinnen oder Friseurinnen, die sich aber ein eigenes Studio in der Form nicht leisten können. Das heißt, wir suchen die Standorte, wir bauen sie schlüsselfertig aus und verpachten sie dann, zusammen mit einem Franchisevertrag an Franchisenehmer.

LB:
Was sollten denn potentielle Franchisenehmer über Was in the City wissen? Was macht euch denn einzigartig?

CM:
Ja, ich denke, zunächst sollte man überhaupt wissen, dass man ein Wax in the City – Studio als Franchisenehmer betreiben kann. Ich hatte es vorhin schon erwähnt, die Kosmetikbranche tickt da ja etwas anders. Es gibt im Grunde genommen keine Ketten und auch eigentlich keine Franchisesysteme in diesem Bereich oder nur ganz wenige.

Warum? Die meisten sind so Einzelkämpfer und Einzelstudios. Also man soll erstmal wissen, das es das gibt, dass man als Franchisenehmer auftreten kann.

Die Alleinstellungsmerkmal von Wax in the City sind zunächst mal, wir sind die Pioniere. Wir haben letztendlich auch das Genre des Waxing-Studios eingeführt. Wir haben mittlerweile unser eigenes Wachs entwickelt, das einzigartig und exklusiv nur über Wax in the City zu beziehen ist.

Wir haben ein eigenes Ausbildungszentrum. Jeder Mitarbeiter, der in der Kabine arbeitet, muss bei uns ausgebildet werden. Und wir haben von Anfang an einen Walk-In Service, das heißt wir machen Waxing ohne Termine.

Seit einem Jahr haben wir auch eine App entwickelt, mit der man sich online einchecken kann und jederzeit sehen kann, wie lange die Wartezeit in dem jeweiligen Studio ist.

Zudem haben wir natürlich einen sehr guten Markennamen, der auch international funktioniert. Wir haben, denke ich, eine ganz gute Positionierung als Marke aufgebaut.

LB:
Was muss man denn über diese Branche wissen? Ist das eine Wachstumbranche? Wird immer mehr Haar entfernt? Aussehen wird ja immer wichtiger, ist das wirklich ein Wachstumsmarkt?

CM:
Es ist per se eh schon ein Wachstumsmarkt, weil Haare wachsen immer.

LB:
Ja, gut. Aber in den achtziger Jahren, als ich groß wurde, da kann ich mich noch dran erinnern, hatte Nena wirklich in den Videos riesen Haarbüschel unter den Armen.

CM:
Aufgrund das die achtziger Jahre vorbei sind, kann man heute eigentlich davon ausgehen. Wenn man sich neueste Umfragen und Studien anschaut, es gibt wirklich erstmal 2018 jetzt eine Studie in der Waxing auch als Dienstleistung vorkommt, da sieht man ganz deutlich, das der Bedarf da ist. Gerade auch bei jüngeren Leuten ist Waxing auf dem Vormarsch, über 95 Prozent aller 18 bis 35-Jährigen entfernen ihre Haare. Die meisten machen es nach wie vor mit dem Rasierer. Waxing hat in den letzten Jahren, auch dank unserer Studios oder unserer Marke, überhaupt an Bedeutung zugenommen. Und hat jetzt einen Marktanteil von ca. 10 Prozent innerhalb der Haarentfernungsbranche.

LB:
Aber es gibt ja mittlerweile auch, habe ich gelesen, ich habe mich ja ein bisschen informiert im Vorfeld, Lasermethoden. Da gibt es, glaube ich, auch ein Franchisesystem. Wo grenzt ihr euch da ab oder was sind die Vorteile von euch?

CM:
Einer der Vorteile von Waxing ist zunächst auf alle Fälle der Kostenfaktor, der bei vielen eine Rolle spielt. Laser und IPL, diese Methoden sind nach wie vor sehr teuer und auch sehr aufwändig. Man braucht mehrere Behandlungen, um überhaupt eine Stelle haarfrei machen zu können und es gibt wirklich keine dauerhafte Haarentfernung. Die Haare sind vielleicht für ein paar Jahre weg, aber es kommen immer wieder auch Haare zurück.

Letztendlich ist es eine persönliche Entscheidung, wie ich die Haare entferne. Der Vorteil von Waxing ist, dass es sehr schonend ist. Das die Haare über einen längeren Zeitraum wegbleiben und mit der Zeit werden sie eben auch feiner und sie werden auch weniger.

Waxing geht auch sehr schnell. Ich kann das so im Vorbeigehen machen und muss da nicht langwierige Termine vereinbaren und dann mehrere Behandlungen machen.

LB:
Jetzt seit ihr schon 13 Jahre aktiv, wie haltet ihr denn da die Zufriedenheit der Franchisenehmer aufrecht? Was macht ihr da, um nachhaltig für Zufriedenheit zu sorgen?

CM:
Das wichtigste Thema ist, dass man als Franchisegeber immer am Geschäftsmodell weiter arbeitet und innovativ bleibt. Und diese Innovationen auch dem Franchisenehmer zur Verfügung stellen kann. Aus meiner Sicht ist es grundsätzlich nicht die Aufgabe des Franchisegebers Franchisenehmer zufrieden zu stellen, sondern ein gutes Geschäftsmodell zu entwickeln und Instrumente und Werkzeuge anzubieten, die es dem einzelnen Franchisenehmer ermöglichen, dass er vor Ort wirtschaftlich erfolgreich sein kann.

Was man natürlich in so einem Netzwerk macht bzw. der Riesenvorteil von so einem Netzwerk ist, dass es einen Austausch gibt und den organisieren wir durch verschiedene Kommunikationskanäle. Wir haben einen sehr guten Support über ein Ticketsystem. Wir machen regelmäßige Video-Calls und natürlich Partnertreffen, in denen der Austausch gefördert wird. Und wir entwickeln das System permanent weiter.

LB:
Jetzt gab es in dreizehn Jahren auch sicherlich die ein oder andere Herausforderung, da hatten wir eben schon kurz drüber gesprochen. Die Frage stelle ich natürlich immer sehr gerne. Ich weiß auch, dass du schon gesprochen hast auf einer Franchise Fuck-up Night, ist richtig, oder?

CM:
Genau.

LB:
Ja, was war denn so die größter Herausforderung, als Franchisegeber, für dich?

CM:
Ich glaube auch, dass man sich als Unternehmen letztendlich immer nur weiterentwickelt, indem man Herausforderungen besteht, indem man Fehler macht und aus diesen Fehlern eben auch lernt. Anders gibt es, glaube ich, auch gar keine Weiterentwicklung.

Tatsächlich haben wir auch eine sehr große Herausforderung bewältigen müssen. Das ist vor zwei Jahren passiert, als drei Partner sich zusammengetan haben, um mit insgesamt sechs Studios das System zu verlassen und ihr eigenes Ding zu machen.

Ich hatte das immer schon gehört von anderen Franchisesystemen und ich dachte nie, dass uns das passiert wird. Aber es ist uns auch passiert. Das war insofern eine große Herausforderung, weil wir damals Entscheidungen getroffen haben, die wir aus heutiger Sicht so nicht mehr treffen würden.

Wir sind den Partner damals sehr weit entgegen gekommen und wollten diese unbedingt im System halten. Am Ende gab es teilweise sehr langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen, die wir gewonnen haben, rechtlich. Aber am Ende des Tages haben eigentlich alle dabei verloren, weil natürlich auch große Werte, Hoffnungen und Wünsche zerstört worden sind.

Aber was sind die Herausforderungen und was haben wir gelernt davon? Wir hatten damals natürlich Angst, dass die Marke darunter leidet, wenn Partner aussteigen. Dass das Image geschädigt wird.

Heute wissen wir, dass die Markentreue der Kunden extrem hoch ist und vor allem auch, dass diese Studios, die ohne die Franchisemarke im Background viel weniger erfolgreich sind. Drei von diesen Studios sind mittlerweile sogar insolvent und eines haben wir zurückgekauft. Die anderen zwei sind noch auf dem Markt, aber bei weitem nicht so erfolgreich, wie sie waren, als sie bei Wax in the City waren.

LB:
Was hast du jetzt da als Franchisegeber aus der Situation konkret gelernt?

CM:
Ich habe gelernt, dass man da durchaus gelassener sein sollte und wenn jemand aus dem System aussteigen möchte, dann soll er auch raus. Jedoch nicht auf Kosten des Systems und der anderen Partner. Aber solange jemand im System ist, muss man die Spielregeln sehr konsequent umsetzen und auch einfordern. Sonst weicht man das System selbst auf und das ist immer schlecht.

LB:
Jetzt hast du eben von einer App gesprochen, wo man Wartezeiten einsehen kann, die ihr rausbringen wollt oder jetzt gerade rausgebracht habt.

CM:
Die ist schon auf dem Markt.

LB:
Achso, die ist schon auf dem Markt. Das ist super. Was ist denn jetzt von Wax in the City noch in Zukunft zu erwarten? Was sind eure Projekte?

CM:
Wie auch jedes andere Unternehmen beschäftigen wir uns mit der Digitalisierung. Wobei unser Corebusiness sich nicht digitalisieren lassen kann, im Gegenteil, alles was mit Menschen zu tun hat, mit Empathie, mit Berührung wird immer wichtiger und der Faktor Mensch wird daher auch immer mehr in den Mittelpunkt gestellt. Davon bin ich überzeugt.

Aber wie du schon angeführt hast, wir haben diese App entwickelt, nicht nur die App, sondern die gesamte Software, die den Studioalltag eben auch organisatorisch verbessert. Wir haben alles in die Cloud gestellt, man kann von überall und über verschiedenste Devices sein eigenes Studio auswerten. Man kann sofort sehen, wo sind Schwachpunkte, wo kann ich das optimieren als Partner, ganz einfache Auswertungstools.

Für den Kunden ist die App natürlich etwas sehr wertvolles, weil man sich sehr einfach einchecken kann. Wir werden diese App jetzt im Bereich Kundenservice weiterentwickeln. Es wird als nächstes die Kundenkarte, die Bonuskarte über diese App bespielt werden können. Ich bin davon überzeugt, das in naher Zukunft diese App auch als Zahlungsmittel oder als Zahlungstool verwenden können.

Zudem werden wir nächstes Jahr eine neue Generation Wachs auf den Markt bringen, da arbeiten wir schon länger dran. Das wird ein sehr spannendes Projekt, weil Wachse so unterschiedlich sind. Dieses Wachs wird nochmal eine nächste Generation der Wachse sein.

Wir arbeiten auch an einer sehr innovativen Kosmetikproduktserie. Wir haben bereits unsere eigenen Kosmetikproduktlinie auf den Markt gebracht und arbeiten gerade daran noch weitere Produkte zu entwickeln, die sich rund um das Thema Haut und Pflege vor und nach dem Waxing oder der Haarentfernung beschäftigt.

LB:
Sehr umtriebig als Unternehmerin. Sehr schön. Christine, dann bedanke ich mich erstmal bis hierhin. Kommen wir mal zu den Schlussfragen. Welches Buch hat dich denn als Mensch und als Unternehmerin am meisten geprägt?

CM:
Das ist ganz schwer zu sagen, weil es immer sehr viele Bücher sind und es nie das eine Buch gibt. Ein Buch was ich trotzdem erwähnen möchte, ist von Michael Gerber „Das Geheimnis erfolgreicher Firmen“, weil es eine sehr einfache Erkenntnis hat, nämlich das man nicht im sondern am Unternehmen arbeiten soll und es bringt eigentlich den Franchisegedanken sehr, sehr gut auf den Punkt.

Ein zweites Buch, das mich auch sehr viel weiter gebracht hat, ist von Matthias Schranner, „Teure Fehler: Die sieben größten Irrtümer in schwierigen Verhandlungen“. Dabei geht es darum wie man schwierige Verhandlungen führt, ich habe sehr viel gelernt über Verhandlungen, aber eben wie man sich auf Verhandlungen vorbereitet und wie man fair und konsequent bleibt und dabei doch gewinnt.

LB:
Schöne Buchtipps, hatten wir alle noch nicht. Die werden wir hier im Artikel und in den ShowNotes dann verlinken. Letzte Frage bevor wir uns verabschieden, liebe Christine, was würdest du mit all deiner Erfahrung deinem 25-jährigen Ich denn raten?

CM:
Ich denke, manchmal wäre es umgekehrt besser, mein 25-jähriges Ich hat viel öfter einfach etwas gemacht ohne zuviel abzuwägen. Aber generell würde ich dem jüngeren Ich geraten seiner Leidenschaft zu folgen und einfach an sich zu glauben und dabei immer neugierig und offen zu bleiben. Der Rest ergibt sich.

LB:
Ich dachte jetzt, du sagst, früher mit dem Waxing anfangen. Okay, Christine, es hat viel Spaß gemacht, vielen Dank dafür. Ich freue mich sehr, dass du hier warst. Danke.

CM:
Ich bedanke mich, es hat auch mir viel Spaß gemacht.

LB:
Dir, liebe Christine und Euch natürlich, wünsche ich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Ciao.

CM:
Ciao.

[ssba]