Franchise-Rockstars:
Dr. Patrick Bartsch, BackWerk

Dr. Patrick Bartsch begrüßen wir heute beim Franchise Rockstars Podcast. Er verantwortet bei BackWerk das Franchising, aber auch noch die Akademie, die Rechtsabteilung und das ganze Prozessmanagement. Wir erfahren unter anderem etwas über die Geschichte von BackWerk und wer der neue Eigentümer ist. Und natürlich wird wieder die Frage nach der größten Herausforderung gestellt.

Dr. Patrick Bartsch

Herzlich willkommen zum Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Gastgeber und Moderator der heutigen Show. Heute haben wir jemanden von BackWerk zu Gast. Und zwar den Dr. Patrick Bartsch. Er verantwortet bei BackWerk natürlich das Franchising, das ist klar, sonst wäre er nicht bei Franchise Rockstars, das ist klar, sonst wäre er nicht bei Franchise Rockstars, aber auch noch die Akademie, die Rechtsabteilung und das ganze Prozessmanagement. Er erzählt uns ein bisschen über die Geschichte von BackWerk, auch, wer die derzeitigen Eigentümer sind. Was ich super spannend fand, war seine Geschichte von der größten Herausforderung, die sie als Franchisegeber hatten. Als nämlich die Discounter anfingen, ein bisschen das System von BackWerk zu kopieren. Super interessant die Learnings, also was BackWerk daraus gelernt hat und wie sie sich jetzt komplett neu aufstellen für die Zukunft.

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Webseite: BackWerk

Filmempfehlung: The Founder

Das Interview zum Nachlesen

LB = Lars Bobach
PB = Dr. Patrick Bartsch

LB:
Patrick, schön, dass du da bist, freut mich wirklich sehr. Lass uns doch mal an den aktuellen Zahlen von BackWerk teilhaben. Wie viel Franchisenehmer habt ihr, wie viele Standorte, wie viele Mitarbeiter?

PB:
Gerne, freut mich, dass ich dabei sein darf. Wir haben aktuell über 350 Standorte europaweit. Wir haben 220 Franchisepartner und unser Umsatz, Stand November 2018, beläuft sich auf 200 Millionen.

LB:
In welchen Ländern seid ihr vertreten?

PB:
Wir sind in Österreich, in der Schweiz, in den Niederlanden, in Deutschland. Aus Slowenien ziehen wir uns gerade zurück.

LB:
Aber der deutsche Markt ist schon der größte?

PB:
Der ist definitiv der größte. Hier haben wir uns gegründet, hier sind wir groß geworden und dann haben wir nach und nach die einzelnen Länder dazugenommen.

LB:
BackWerk gehört, das hattest du mir im Vorfeld gesagt, zum Valora-Konzern. Erzähle uns doch mal ganz kurz etwas zu diesem Konzern Valora. Was steckt dahinter und welche Marke oder welche Franchisesysteme gehören alle dazu?

PB:
Valora ist ein börsennotierter Konzern aus der Schweiz. Die haben uns ungefähr vor einem Jahr gekauft, im August 2017 und wir fühlen uns da sehr gut zu Hause. Wir sind eine strategische Erweiterung deren Markenportfolios und die Valora möchte immer weiter in Sachen Food und Food-Venients wachsen. So eine schöne neue Wortschöpfung, sprich in Food-Konzepten mit noch ein bisschen was dabei. Seien es Zeitschriften oder kleinere Convenience-Produkte. Und als Marken haben die beispielsweise Caffè Spettacolo, k kiosk, DB-Servicestore, Ditsch, BackWerk natürlich als größte Marke mittlerweile fast. Und noch ein paar kleinere Konzepte wie Avec und was vielleicht viele von den Bahnhöfen kennen in Deutschland, ist Press & Book. Das gehört auch zu Valora.

LB:
Sind das alles Franchisesysteme bei Valora?

PB:
Nein, nicht alles. BackWerk ist das vordergründige Franchisesystem von Valora mit 100 Prozent Hard-Franchising. Dann hätten wir Ditsch, wo wir ein bisschen im Agenturmodell unterwegs sind. Wir haben die Press & Book Läden, das sind Company-Läden. Und dann noch die Sachen wie DB-Servicestore, k kiosk. Das ist eine Mischung aus Franchising und Agentur.

LB:
Und du verantwortest jetzt welche Marken davon?

PB:
Ich beantworte das Franchising bei BackWerk und ab 01.01.2019 bei Ditsch.

LB:
Wir wollen uns heute ein bisschen auf BackWerk fokussieren. Da hatte ich dich dann auch zu dem Interview eingeladen, als Franchise-Verantwortlichen von BackWerk. Die Historie würde mich interessieren. Wann wurde BackWerk gegründet und von wem?

PB:
BackWerk wurde 2001 in Düsseldorf gegründet von einer Familie. Und relativ erfolglos zu dem Zeitpunkt, muss man leider sagen. Aber die beiden, die das Konzept dann übernommen haben, das waren Dr. Schneider und Dr. Limmer, haben das Potenzial darin erkannt, haben das Geschäftsmodell gekauft, übernommen und daraus dann ein Franchisemodell entwickelt. Dann hat die Geschichte ihren Lauf aufgenommen mit mittlerweile über 350 Standorten eine gute bekannte Marke in Deutschland und noch ein paar weiteren europäischen Ländern. Wirklich eine gute Erfolgsstory.

LB:
Was sollten denn potentielle Franchisenehmer über BackWerk wissen? Was ist denn das Besondere?

PB:
Unsere Markenkerne, weswegen wir auch so viele Kunden und einen guten Umsatzerfolg haben, das ist das, was unsere Läden auszeichnet, das ist natürlich Lage, Lage, Lage. Wir mieten wirklich nur noch sehr, sehr gute Lagen an, vorzugsweise Hochfrequenzlagen. Und in den Lagen selbst, in den Standorten, in den Mietobjekten, da bringen wir dann unsere ganze Kompetenz in Sachen Innenausbau zum Tragen und die Kompetenz unseres Geschäftsmodells.

Sprich, wir haben eine unheimliche Schnelligkeit. Wir können unheimlich viele Kunden in kurzer Zeit abfertigen. Im Vergleich zu Bedienungsbäckereien und deswegen kommen die ganzen Pendler in den ganzen Bahnhöfen so gern zu Backwerk, weil sie genau wissen, die verpassen keinen Zug, verpassen keinen Bus. Es geht wahnsinnig schnell und dazu gibt es noch leckere gute Produkte mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis.

LB:
Was sollten die Franchisenehmer wissen über das System? Sucht ihr die, die in den Geschäften selber stehen oder eher die Investoren? Wie seid ihr da unterwegs?

PB:
Wir suchen definitiv Franchisepartner, die aktiv mitarbeiten. Das geht so weit, dass wir bei uns im Auswahlverfahren der Franchisepartner die Leute wirklich fragen, wollen sie Investor sein oder wollen sie aktiv mitarbeiten. Und das ist dann in der Tat eine Knock-out-Frage. Also, reine Investoren werden nicht akzeptiert.

LB:
Okay, warum?

PB:
Weil unser Geschäftsmodell sehr diffizil ist in der Umsetzung. Der Mensch vor Ort im Laden macht dann den großen Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Franchisenehmergeführte Filialen, franchisenehmergeführte Standorte, sind weitaus erfolgreicher als reine Filialen. Das ist auch der Grund, warum wir eigentlich nur ein einziges BackWerk selber haben. Das ist unsere Ausbildungsakademie. Alle anderen BackWerke gehören Franchisepartnern.

LB:
Aber wenn ich das jetzt mal hochrechne, Standorte durch Franchisepartner, dann gibt‘s ja auch Multi-Unit-Franchisepartner bei euch?

PB:
Das ist richtig.

LB:
Wie passt das zusammen?

PB:
Die haben eine etwas höhere Personalkostenquote selbstverständlich, die müssen dann Schichtleiter oder Filialleiter haben. Aber auch die arbeiten ganztägig Vollzeit mit und die machen das über persönliche Anwesenheit auch in den Standorten. Wir passen darauf auf, dass unsere Franchisepartner regional wachsen, das heißt, dass sie innerhalb eines Tages beispielsweise alle ihre Standorte abfahren können, besuchen können, Probleme vor Ort lösen können, Mitarbeiter betreuen können, dass sie wirklich sehr nah an den Mitarbeitern in den BackWerken sind.

LB:
Was bietet ihr denn an Franchise-Lizenzen an, gibt es da Unterschiede oder gibt‘s eine?

PB:
Wir haben ein Agenturmodell und wir haben ein Franchisemodell. Das Agenturmodell kommt bei uns sehr selten zum Tragen, das ist eher eine Notlösung, wenn irgendwo eine Finanzierung von einem Franchisepartner platzen sollte im Gründungsprozess. Ansonsten haben wir eigentlich nur das Franchisemodell, das ist unser Standard. Da haben wir 5,5 Prozent Franchisegebühr vom Nettoumsatz, keine Werbegebühr und dadurch finanzieren wir uns.

LB:
Was muss man als Invest mitbringen, wenn man Franchisenehmer bei euch werden will?

PB:
Aktuell das Standard-BackWerk hat so gut und gerne 180 bis 200 Quadratmeter im Erdgeschoss. Wenn ich das komplett ausbaue, dann bin ich ungefähr bei 340.000 Euro Investment. Wobei die 340.000 Euro sich dann wieder aufsplitten, 170.000 Euro sind ungefähr leasingfähige Güter und die restlichen 170.000 sind dann die Finanzierungssumme.

LB:
Okay, dann die üblichen 15 Prozent sollte man als Eigenkapital mitbringen?

PB:
Ja, also, durchaus gerne ein bisschen mehr. Wir sagen, bei einer Neugründung wären ganz nett so 60.000 bis 70.000 Euro Eigenkapital.

LB:
Okay, alles klar. Habt ihr denn überhaupt noch Plätze oder Standorte, weiße Flecken, frei?

PB:
Jede Menge, wir wachsen kontinuierlich weiter. Von daher Chancen für Unternehmer ergeben sich da zu jeder Zeit.

LB:
Du sagtest, 2001 gegründet, also gibt es das jetzt auch schon ein paar Jahre. Wie sorgt ihr denn da für nachhaltige Zufriedenheit eurer Franchisepartner? Man weiß ja, über die Jahre nimmt die immer so ein Stückweit ab. Wie macht ihr das denn, dass auch langfristig die Zufriedenheit da ist?

PB:
Wir versuchen natürlich unsere Partner auf allen Ebenen mit einzubinden, sei es bei der Produktentwicklung, im Ladenbau, bei der Strategie. Um den Franchisepartnern auch dementsprechend nicht nur das Gefühl zu geben, sondern, dass es tatsächlich auch so ist, dass sie ihr System mit weiterentwickeln können und dass wir dadurch ein Stückweit die Zufriedenheit stärken. Wir machen regelmäßig Zufriedenheitsumfragen in Kooperation mit dem Deutschen Franchiseverband, wo wir dann auch die Problemfelder identifizieren und dementsprechend dann auch uns in den Punkten versuchen zu verbessern.

LB:
Und Qualität, wie seid ihr da unterwegs? Was macht ihr da?

PB:
Das nennt sich bei uns klassisch Prozessmanagement-Systemhandbuch. Dass wir das Systemhandbuch laufend aktualisieren, dass wir den Franchisepartnern Tools an die Hand geben, um beispielsweise Kosten zu sparen, Effizienzen zu steigern und Ähnliches, um auch entsprechend das wirtschaftliche Ergebnis zu verbessern.

LB:
Ich meinte jetzt Qualität auch der Produkte.

PB:
Ach, da haben wir Auditprozesse. Wir haben einerseits externe Audits, die durchgeführt werden inklusive Tupferproben beispielsweise von den Arbeitsflächen. Wir haben aber auch interne Auditprozesse, die ca. monatlich durchgeführt werden in allen Standorten durch unsere Außendienstmitarbeiter, wo wir dann ganz klar monitoren, was liegt in der Theke, an welcher Stelle liegt es und in welcher Qualität. Wie ist die Lagerhaltung? Wird das normale Fifo-Prinzip anwendet? Drauf aufgepasst? Darauf passen wir durchaus auf, dass die Produktqualität in den Läden gleichbleibend hoch ist.

LB:
Jetzt hattest du mir ja im Vorgespräch erzählt, dass du auch für die Akademie, also für die Fortbildung bei euch, zuständig bist. Wie habt ihr das denn organisiert?

PB:
Die Akademie ja, die ist in meinem Bereich. Jeder neue Franchisepartner, der bei uns ins System kommt, muss da rein und zwar für sechs Wochen. In den sechs Wochen vermitteln wir alles, was notwendig ist, um den Grundbetrieb eines BackWerks sicherzustellen. Also, von Praxistagen über Theorietage, Personalschulungen, Personalführungsschulung, ein Tag Medientraining. Das heißt, wie gehe ich damit um, wenn auf einmal eine Fernsehkamera bei mir im Laden steht.

Bringen wir denen alles bei und die Akademie sorgt auch dafür, dass im laufenden Betrieb die Franchisepartner sich weiterbilden können. Im letzten Jahr haben wir beispielsweise ein Gastronomie-Seminar durchgeführt für alle Franchisepartner nach und nach. Nächstes Jahr wird es ein Kundenerlebnisseminar sein, dass wir also wieder mehr Kundenzentrierung bei uns reinbringen, dass die Franchisepartner darauf wieder Augenmerk legen. Da arbeiten wir dann nach und nach dran, dass wir unsere Systemqualität verbessern.

LB:
Gibt es auch Onlinemodule? Ich kann mir vorstellen, für die ganzen Angestellten, das werden ja einige sein, denn ihr habt auch relativ lange Öffnungszeiten, gibt es da auch Onlineangebote in der Akademie?

PB:
Nein, es ist alles offline. Offline heißt, entweder in der Akademie selbst oder unsere Coaches, unsere Trainer, fahren raus und machen es in den BackWerken und trainieren dort die Franchisepartner und die Franchisepartner sind dann für uns die Multiplikatoren, die das an ihre Mitarbeiter weitergeben.

LB:
Ich glaube, es ist auch schwer, sowas dann online zu vermitteln, wenn es da um die Qualität von Backprodukten geht.

PB:
Das ist richtig oder um Führungsqualität, Führungsmanagement, wie motiviere ich meine Mitarbeiter, wie führe ich Pre-Shift Meetings, das geht wirklich nur, wenn der Coach dabei ist.

LB:
Jetzt 17, 18 Jahre Franchising. Ich weiß nicht, wie lang bist du, Patrick, jetzt schon dabei?

PB:
Ich bin seit 2010 dabei.

LB:
Also auch schon gut acht Jahre. Was war so aus deiner Sicht die größte Herausforderung, die ihr als Franchisesystem meistern musstet und was habt ihr daraus gelernt?

PB:
Die größte Herausforderung, die wir hatten, war, dass der Lebensmitteleinzelhandel uns direkt angegriffen hat. Der Lebensmitteleinzelhandel hat uns lange Zeit belächelt und irgendwann haben sie dann gemerkt, da ist ja ein riesen Potenzial drin. Es gibt diesen Begriff des Onestop-Shoppings, also, der Kunde will in einem Laden alles kaufen, was er so braucht.

Dann haben Aldi, Lidl, Netto, wie sie alle so heißen, ihre Backstationen eingeführt. Das hat uns bei den Produktgruppen Brot, Brötchen, also das, was die Leute mit nach Hause nehmen und zu Hause verzehren, zu riesen Einbußen geführt. Da haben wir unser System komplett umgestellt, von der SB, der Discountbäckerei, hin in Richtung Back-Gastronomie. Also mit Aufenthaltsqualität, mit einem schönen Sitzplatzbereich, mit entsprechend anderen Produkten und immer mehr Fokussierung auf den Sofortverzehr.

LB:
Da habt ihr das Ganze, was ihr gelernt habt, das ganze Produktportfolio sozusagen, einmal auf links gekrempelt?

PB:
Ja, das mussten wir tun, sonst würde es uns heute nicht mehr geben.

LB:
Wie lange hat der Prozess gedauert? Das geht ja nicht von jetzt auf gleich?

PB:
Wir befinden uns immer noch in dem Prozess. Wir aktualisieren laufend unser Sortiment, immer mehr in Richtung Gastronomie. Zwischendurch haben wir auch vegane Produkte eingeführt, um dort auch neue Kundengruppen anzusprechen. Wir entwickeln uns in dem Sinne ständig weiter und sind noch nicht am Ziel angekommen.

LB:
Okay, es ist ein ständiger Prozess. Wobei einmal, hört sich ja so an, dass es so ein richtig destruktiver war, wo man wirklich schnell handeln musste, oder?

PB:
In der Tat, das hatte dann auch eine große Auswirkung auf unseren Ladenbau. Vorher hatten wir keine Sitzplätze oder nur ganz, ganz, wenig Sitzplätze in den Standorten. Da mussten wir die Standorte entsprechend ummodeln und auf Sitzplatzkapazität umfunktionieren. Das war schon ein großer Prozess, auch mit vielen Investitionen seitens unserer Franchisepartner verbunden.

LB:
Wie ist es bei denen so angekommen? Hatten die schon Schmerzen, dass das auch gesehen wurde, dass es gemacht werden muss?

PB:
Also, Schmerzen zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wir haben dort sehr früh auch reagiert. Den Trend haben wir sehr früh erkannt und dann auch sehr früh gegengesteuert. Und die Pionierumbauten, also die, die es vorgemacht haben von unseren Franchisepartnern, konnten dann natürlich auch ihren Franchisepartner-Kollegen erzählen, wie erfolgreich das auch gelaufen ist mit Umsatzzuwächsen, teilweise im zweistelligen Prozentbereich. Nur dadurch, dass da auf einmal Sitzplätze im Laden waren. Das war schon sehr erfolgreich und von daher konnten wir es relativ schnell umsetzen.

LB:
Da habt ihr ein paar Leuchttürme vorweggeschickt, die den Weg gezeigt haben und dann war es einfacher in der Umsetzung. Sehr gut. Wie sagt man so schön, Beteiligte zu Betroffenen machen oder umgekehrt.

PB:
Der alte Spruch, genau, ja.

LB:
Was ist denn jetzt in Zukunft von BackWerk zu erwarten? Du hast erzählt, Ditsch ist jetzt gerade dabei, ihr fusioniert jetzt. Also, Ditsch, das ist ja wirklich so ein klassischer Sofortverzehr ohne Sitzmöglichkeit, wo es ganz schnell gehen muss. Ihr fusioniert jetzt, das wird sicherlich eine große Herausforderung sein, aber was macht BackWerk jetzt in Zukunft noch?

PB:
Wir werden neue Sortimente entwickeln. Wir werden unseren Ladenbau nochmal ein Stückweit weiterentwickeln. Gerade eben haben wir einen neuen Flagship-Store in Bochum eröffnet. Der ist momentan, was den Ladenbau angeht, extrem richtungsweisend, wie es bei uns in Zukunft aussehen wird, sprich, der Laden hat 400 Quadratmeter, sehr viele Sitzplätze, ist über zwei Etagen, ganz viel Tageslicht, wunderbare Aufenthaltsqualität, gemütliche Sitzmöbel, Stehtische, alles schön durcheinandergemischt.

Wird sehr gut angenommen. In Bochum ist ja die große Universität, die sitzen dort, arbeiten häufig. Also, das ist das Projekt, wo es in der Zukunft hingeht. Wir werden uns noch weiter in Richtung Gastronomie entwickeln.

LB:
Hört sich ein bisschen nach Starbucks an?

PB:
Davon werden wir uns ganz klar differenzieren. Starbucks ist definitiv nicht unser Vorbild.

LB:
Nein, aber hört sich ein bisschen so an, mit Aufenthalt über mehrere Etagen, gemütliche Sitzmöbel und so, das ist ja so auch, das ist ja auch deren Alleinstellungsmerkmal irgendwo.

PB:
Und deren Kaffeequalität, die zumindest vordergründig angeblich besser ist als unserer. Aber gehen sie mal ins BackWerk, da kriegen sie für 1,20 Euro oder für einen Euro, je nach Preisschiene des Ladens, einen qualitativ super hochwertigen Kaffee.

LB:
Das kann ich bestätigen. Ich bin Kunde.

PB:
Vielen Dank.

LB:
Patrick, vielen Dank für den super Einblick in das BackWerk-System, in das BackWerk Franchisesystem. Kommen wir zu den zwei Schlussfragen. Bist du bereit?

PB:
Ja.

LB:
Wunderbar. Welches Buch hat dich als Mensch und Unternehmer am meisten geprägt?

PB:
Das würde ich jetzt ein bisschen abhandeln und zwar würde ich die Empfehlung auf einen Film hinwandeln. Ich weiß nicht, ob sie den kennen? The Founder, da geht es um McDonald’s.

LB:
Klar!!!!

PB:
Für die Franchisebranche durchaus interessant. Ich hatte den Film gar nicht auf dem Schirm. Den hat mir einer unserer Franchisepartner empfohlen. Ich habe mir den angeschaut und es war ein echter Augenöffner, insbesondere in Sachen Prozessmanagement von Franchiseunternehmen. Also sehr interessant und der hat mich im letzten Jahr echt geflasht, der Film.

LB:
Der ist super. Das Buch hast du auch gelesen?

PB:
Nein, bis jetzt noch leider nur den Film gesehen.

LB:
Dann musst du das Buch auch lesen. Das kann ich dir dann jetzt empfehlen! Ich habe erst das Buch gelesen und dann den Film gesehen. Das ist auch super interessant. Das Buch hat ja Ray Kroc selber geschrieben und wie unterschiedlich die Sichtweisen dann doch sind. Ich glaube, The Founder war dann schon ein bisschen kritischer seiner Person gegenüber und in dem Buch schreibt er natürlich alles aus seiner Sicht. Wie ihn damals die Brüder McDonalds an der Nase herumführen wollten usw. Das ist ganz spannend, auch diesen Konflikt zu sehen zwischen dem Film und dem Buch, das war auch super interessant.

PB:
Vielen Dank für den Hinweis, dann werde ich mir das nochmal zu Gemüte führen.

LB:
Absolut, es ist auch gut geschrieben. Der schreibt auch so frei Schnauze, sehr gut zu lesen, also absolute Empfehlung. Ist auch das meist genannte Buch hier in meinem Podcast, wenn ich frage, ist auch ein tolles Buch. Letzte Frage, bevor wir uns verabschieden. Was würdest du mit all deiner Erfahrung deinem 25-jährigen Ich raten?

PB:
Ein Stückweit zielstrebiger an der Universität sein. Da habe ich mir zu viel Zeit gelassen, aber ansonsten würde ich nicht so viel anders machen. Ich habe sehr viel Freude an meinem Job, es macht sehr viel Spaß hier mit den Menschen bei BackWerk zu arbeiten, mit den Franchisepartnern zu arbeiten. So viel anders würde ich gar nichts machen.

LB:
Aber zielstrebiger an der Uni? Ich meine, ein Studentenleben hat auch was für sich und du bist promoviert. Also mit einem Doktor da rausgegangen. Also, so unzielstrebig war das jetzt alles nicht.

PB:
Ich habe nur ein bisschen lange gebraucht.

LB:
Okay, aber dafür hast du es genossen.

PB:
Stimmt, das kann ich bestätigen.

LB:
Hat dir ja garantiert nicht geschadet. Super Patrick, vielen Dank, war super interessant, hast einen guten Einblick in das System gegeben, danke!

PB:
Ich danke dir, sehr gerne.

LB:
Und euch natürlich wieder und auch Dir, Patrick, mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.