Franchise-Rockstars:
Jana Jabs, Die FranchiseMacher

Endlich mal eine Frau zu Gast im Franchise-Rockstars Podcast! Es ist Jana Jabs. Sie führt mit ihrem Lebenspartner Eugen Marquard zusammen die Franchiseberatung "Die FranchiseMacher".

Jana Jabs

Hallo und herzlich willkommen zum Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Moderator und Gastgeber der heutigen Show. Heute in der zehnten Folge ist es endlich passiert. Ich habe die erste Frau hier im Interview, nämlich die Jana Jabs.

Und hier auch nochmal mein Aufruf und meine große Bitte. Wenn ihr jemanden kennt, den ich hier mal interviewen sollte, gerne auch Frauen oder ganz besonders gerne Frauen, denn männliche Geschlechter habe ich wirklich zu Hauf. Ich hätte wirklich auch gerne mal die eine oder andere Frau hier im Interview, dann schreibt mir doch einfach eine E-Mail an lars@lb-om.de.

Jetzt zurück zum Gast heute, das ist die Jana Jabs. Sie führt mit ihrem Geschäfts- und auch Lebenspartner Eugen Marquard die Franchiseberatung die FranchiseMacher. Ehemals auch unter Unternehmen Selbstständigkeit bekannt.

Jana ist eine wirkliche Expertin im Bereich der Franchisewirtschaft, in der sie seit 2004 aktiv ist und sie hat den super interessanten Slogan: Ein Franchisesystem aufzubauen erfordert große Visionen, klare Ziele und sehr viel praktische Arbeit.

Und genau um diese praktische Arbeit geht es heute, sie hat nämlich einen Onlinekurs entwickelt, über den wir heute sprechen wollen. Unter anderem auch, wie schreibt man ein Franchisehandbuch? Sie hat einen Onlinekurs erstellt, wie man ein Franchisehandbuch schreibt und den wirklich zu einem äußerst günstigen Preis.

Links

Webseite:
Unternehmen Selbständigkeit, die FranchiseMacher

Handbuch Online

Buchempfehlung:
Das große Einmaleins der Erfolgsstrategie: EKS von Kerstin Friedrich, Fredmund Malik und Lothar Seiwert
Shut Up, Stop Whining and Get a Life von Larry Winget

Das Interview zum Nachlesen:

LB:​
Okay, Jana, warum ist denn ein Franchisehandbuch so wahnsinnig wichtig?

JJ:​
Auf der einen Seite gibt es rechtliche Vorschriften für die Knowhow-Sammlung in Franchisesystemen. Es gibt die europäische Gruppenfreistellungsverordnung, die vorschreibt, dass vertikales Vertriebsformen und dazu zählt das Franchising, dass sie ihr Knowhow vermitteln müssen.

Wenn sie das nicht tun, fallen sie unter das Kartellverbot und wären im Prinzip Kartelle, die man verbieten müsste. Dafür gibt es – wie der Name schon sagt – eine Freistellungsverordnung für Franchisesysteme.

LB:​
Und mit dem Franchisehandbuch kann man dem entgegenwirken? Dann genügt man dem Gesetz?

JJ:​
Genau, wir werden oft gefragt, muss ich ein Handbuch schreiben, wobei Handbuch eh ein furchtbares Wort ist. Aber die Antwort ist immer, es muss kein Handbuch sein, es kann die Ordnerstruktur sein, die Dropbox, was auch immer man gerade nutzt in seinem Unternehmen, bevor man mit dem Franchise startet.

Es muss nur gut strukturiert sein und dafür muss es möglich sein, dass alle darauf Zugriff haben und dieses Wissen nutzen können.

LB:​
Auf der einen Seite ist es wichtig, um den Gesetzen Genüge zu tun, aber brauche ich als Franchisegeber so ein Franchisehandbuch?

JJ:​
Ich nutze das Franchisehandbuch, wenn wir Franchisesysteme aufbauen, vor allen Dingen als Arbeitstool. Wir schreiben die Handbücher immer online und damit hat jeder Zugriff auf dieses Tool.

Wir arbeiten sozusagen anhand des Handbuchs alle wichtigen Infos, die wir brauchen, um ein System aufzubauen, ab. Wir arbeiten genau heraus, was sind die erfolgsrelevanten Prozesse in diesem Geschäftskonzept, was gibt es für Rechte und Pflichten, auch ein bisschen Gründerstory. Sehr viel Emotion soll ja da rein und deswegen nutze ich dieses Tool auch immer zum Systemaufbau.

Dann hat man im Endergebnis ein schönes Handbuch und kann es auch gleich für zum Beispiel interne Schulungen verwenden. Man braucht die Handbuchinhalte, die sind letztendlich auch relevant für die Erstellung des Franchisevertrages.

Bei uns gilt immer die Regel, der Vertrag folgt dem Handbuch und am Ende braucht man alles, was im Handbuch steht, auch für die vorvertragliche Aufklärung im Lizenzverkauf.

Also, wenn man an Interessenten Lizenzen verkauft, muss man die vorvertraglich aufklären. Am Ende auch für das Partnermanagement, wenn man Franchisepartner betreut, dann greift man auch wieder auf das Handbuch und den Inhalt des Handbuchs zurück.

LB:​
Jetzt erzähl doch mal, damit die Zuhörer es ein bisschen besser verstehen, was steht denn in so einem Franchisehandbuch?

JJ:​
In erster Linie stehen dort die erfolgsrelevanten Prozesse für ein Geschäftskonzept. Wenn ich zum Beispiel ein Fitnesscenter habe, um mal bei dem klassischen Beispiel zu bleiben, dann fragt sich der Franchiseinteressent, warum sollte ich das jetzt machen, mich mit diesem Fitnesssystem selbständig machen? Und wo sind meine Stellschrauben, also wie kann ich Kunden gewinnen zum Beispiel oder es gibt Bindungstools und Marketinginstrumente?

Und das Wichtigste ist, wie bedient man diese Kunden in diesem Fitnesscenter eigentlich? Für all das gibt es Prozesse, die müssen entweder noch perfektioniert werden oder optimiert werden für eine Franchiseausrichtung.

Aber jeder hat in seiner Firma Prozesse, alle haben Prozesse, die auf den Kunden zugeschnitten sind. Die stehen in erster Linie in so einem Handbuch, damit man es dann, es ist ja ein Ziel im Franchise, modifizieren kann.

LB:​
Stehen die internen Prozesse auch in einem Handbuch?

JJ:​
Für die Systemaufbau-Handbücher machen wir es so, ja. Später, wenn die Systeme größer werden, kann man es trennen. Dann kann man auch mehrere Handbücher schreiben.

LB:​
Wenn man aus der Industrie kommt, sagt den meisten die DIN ISO 9001 oder diese Zertifizierung etwas. Ist es sowas in der Art, wo ich meine Prozesse darlegen und sage, wie komme ich an Kunden, wie bediene ich die Kunden, Marketingmaßnahmen und solche Sachen?

JJ:​
Genau, wobei genau das gefällt mir eben nicht so sehr. Alle denken immer in diesen DIN-Normen. Wir sind in Deutschland sehr vorgeprägt. Ich mag es lieber emotionaler oder anschaulicher.

Wir erstellen unsere Handbücher überwiegend mit Videos und es kommt einfach immer wieder sehr gut an bei den Franchisegebern, unseren Kunden. Weil sie erkennen, dass man anhand eines Videos Prozesse viel plastischer und schöner und auch merkbar darstellen kann, als wenn ich eine DIN-Norm in einem PDF-Format runterladen muss.

Deswegen mag ich dieses Wort Handbuch nicht so sehr. Es klingt nach extrem verstaubt. Sollen unsere Handbücher aber gar nicht mehr sein.

LB:​
Gib mal ein Beispiel, was ist anders, wenn du sagst, du machst ein Video als wenn du eine angestaubte DIN-Norm machst.

JJ:​
Wenn ich einen Whopper nehme. Wir haben Gastrosysteme, dann ist es wunderbar, wenn man per Video zeigen kann, wie so ein Burger oder Whopper hergestellt wird oder wie man eine Currywurst brät oder wie man die Geräte, die Fritteuse, sauber macht oder wie man sie einstellt auf die richtige Temperatur.

Das kannst du wunderbar mit Videos machen und kannst es auch, wenn du magst, noch ein bisschen lustig machen. Das ist einfach viel besser, als wenn ich jetzt, wie in den alten Handbüchern, mit denen ich auch großgeworden bin im Franchise, jetzt irgendwo auf Seite 385 nachschlagen muss, wie war das jetzt, die Temperatureinstellung für die Fritteuse. Oder mit welchem Reinigungsmittel sollte ich die nochmal sauber machen? Es ist unschlagbar geworden mit Videos.

LB:​
Kann ich mir vorstellen, Bewegtbild ist auch wirklich das Medium der Zeit. Jetzt ist es nur so, was ich feststelle, ich mache viele Videos hier auch für meine Akademie, für meinen Blog, für meine Agentur. Wenn das mal draußen ist, es zu ändern.

Nehmen wir an, man stellt fest, bei so einer Fritteuse, um bei dem Beispiel zu bleiben, nicht 170 Grad ist optimal, wir müssen es nochmal auf 165 Grad erwärmen. Das hast du im Dokument schnell getan, im Video musst du direkt etwas Neues drehen.

JJ:​
Ja, die Videos sind auch kurz, es sind keine langen, sind wirklich 30- bis 40-Sekünder. Das hast du auch schnell wieder neu gedreht. Da bin ich sogar eher so, dass ich sage, bevor du bei 80 Franchisepartnern die Seite 365 ausgetauscht hast, bist du schneller, wenn du online dein Video änderst.

LB:​
Welchen Aufwand muss man da betreiben aus deiner Sicht, so ein Video zu drehen? Mit dem Smartphone, reicht das, oder muss ich mich erstmal mit einem Studio einrichten oder was muss ich da machen?

JJ:​
Nein, es ist heutzutage wirklich mit Smartphones überhaupt kein Problem mehr. Es gibt auch eine Videoanleitung von uns. Wenn sich jemand da sehr schwer tut oder es gibt auch Menschen, die mögen gar nicht so gerne Videos drehen, weil sie als Person sich da nicht so gerne sehen, aber darum geht es am Ende nicht, um die Prozesse abzubilden.

Es gibt Videoanleitungen, wie man so ein Smartphone gut bedient, welche Mikrofone man benutzt usw. Das ist heutzutage mit der Technik wirklich kein Problem mehr.

LB:​
Glaube ich auch, da muss man aufpassen. Jetzt hänge ich die ganze Zeit bei diesem Videothema! Wir müssen gleich sehen, dass wir auch die anderen Dinge besprechen.

Mit dem Video, das ist eine Sache, die mich jetzt auch gerade sehr beschäftigt, weil wir es auch für unsere Kunden machen in der Agentur. Man muss natürlich aufpassen. Bei allem, was die Technik hergibt und was es einfach macht, ist der professionelle Anspruch.

Ich kann mir vorstellen, so ein Franchisehandbuch, auch wenn es als Video gemacht ist, so eine Art Videohandbuch, das transportiert auch die Marke. Und da muss man aufpassen, dass das natürlich auch dann schon passt.

JJ:​
Klar, das sollte man tun. Wir haben Franchisegeber, die machen es zum Beispiel sehr witzig mit den Videos. Ich finde es gut, es kommt immer sehr viel Kultur auch zum Vorschein, was sind das für Leute, was sind das für Menschen dahinter in diesem System.

Wenn du einen Einblick kriegst als Franchiseinteressent in so ein Handbuch, guckst du dir mal ein Video an, dann hast du relativ gut verstanden, wie die da ticken.

LB:​
Gut, die Persönlichkeit kommt viel mehr rüber, das ist klar. Okay, verlassen wir mal das Video und bleiben wir beim Franchisehandbuch. Ich habe verstanden, es muss nicht angestaubt wie eine DIN-Norm gemacht werden. Man kann das heute peppig machen mit einem Video, mit einfachen Mitteln, aber auch lustig.

Aber jetzt mal ganz konkret, ich will jetzt mein System verfranchisen oder ich habe ein Franchisesystem, habe mich aber immer schwergetan mit dem Franchisehandbuch, wie starte ich denn jetzt genau, um so ein Handbuch zu erstellen?

JJ:​
Ich mache es so mit dem Systemaufbau. Wir haben ein eigenes Online-Handbuch, das wir dann auch schreiben. Wir schreiben nicht das Handbuch zuerst, sondern ich sage, lass uns über ein Franchisesystem nachdenken, wie es aufgebaut ist.

Wie sieht eigentlich der Franchisegeber-Businessplan aus? Welche Gebühren kann man ableiten usw.? Das baue ich sozusagen nebenbei ins Handbuch ein. Es gehört für mich sozusagen zusammen, Systemaufbau und Handbuch. Wenn man mit dem Grundbaustein des Systemaufbaus fertig ist, hat man auch ein Handbuch.

LB:​
Auf deiner Website hast du: „Acht Meilensteine, bevor Sie starten.“ Was ist das, was sind diese acht Meilensteine?

JJ:
​Das sind diese ersten Überlegungen, die man anstellen sollte. Also schreibt man ein Handbuch online oder offline, wer schreibt das eigentlich alles, werde ich auch immer wieder gefragt. Oh Gott? Handbuch? Um Gottes Willen.

LB:​
Da wird sich echt die Frage gestellt, offline oder online? Das kann doch nicht sein heutzutage, oder?

JJ:​
Ja, die gibt es nach wie vor oder der Klassiker, wie lange dauert es eigentlich und unterstützt du uns dabei und wie ist so ein Handbuch eigentlich aufgebaut? Also, wie sieht so eine Menüstruktur aus und das sind diese acht Meilensteine, die ich dann auch beantworte.

LB:​
Das kann man alles auf eurer Webseite, die wir hier auch verlinken werden in dem Artikel, dann runterladen. Sogar kostenlos?

JJ:​
Ja, genau.

LB:​
Was würdest du denn jetzt sagen, mit deiner ganzen Erfahrung, was so Franchisehandbücher angeht, was unterscheidet denn jetzt gute von schlechten Handbüchern?

JJ:​
Die guten Handbücher zeigen ganz genau auf, was ist eine Empfehlung zum Beispiel des Franchisegebers, was kann man machen als Franchisepartner oder was ist eine Richtlinie. Also was musst du als Franchisepartner umsetzen, um eben erfolgreich zu sein oder um im System zu sein.

Und diese erfolgsrelevanten Prozesse, es ist auch immer wieder interessant, wenn neue Franchisegeber-Interessenten zu uns kommen und ich frage dann ab, wie gewinnen sie denn eigentlich ihre Kunden oder wie bedienen sie ihre Kunden, dann ist das so im täglichen Doing so drin, dass es für die wahnsinnig schwer ist, meistens eben, das als Prozess darzustellen oder überhaupt zu sagen, mein Gott, manchmal ist es ganz witzig, wie habe ich eigentlich meine Kunden gewonnen?

Diese Prozesse müssen in einem guten Handbuch sein. Der Franchisepartner muss wissen, wie er seine Kunden gewinnen soll. Da soll er nicht erst ausprobieren, was irgendwie passt, sondern da gibt es schon Erfahrungswerte. Und ein gutes Handbuch spiegelt die bis ins letzte Detail.

LB:​
Ich kann mir vorstellen, dass das einem gar nicht so bewusst ist, was da alles reingehört. Weil es so, wie du sagst, im täglichen Doing, drin ist. Das machen wir so, ist doch logisch, aber das dann einfach mal zu Papier oder zum Video zu bringen, ist wichtig.

JJ:​
Ja und es eine riesen Hürde. Wir haben mal unsere eigenen Kunden befragt, was sagt ihr eigentlich zum Handbuch. Und alle sagen, Handbuch, es war so furchtbar. Deswegen mag ich dieses Wort nicht. Ich habe letztens ein Interview geführt mit Niclas Bönström von Mrs.Sporty und er sagt digitale Bibliothek zum Beispiel dazu. Das hat mir schon viel besser gefallen.

LB:​
Dann nennen wir es jetzt auch digitale Bibliothek.

JJ:​
Genau, so machen wir es jetzt.

LB:​
Das hätten wir auch vorher machen können, dann hätten wir ein paar Minuten mit dem Wort auch sparen können.

Ihr betreut Systeme, die kommen sehr wahrscheinlich teilweise auch schon mit einer Bibliothek zu euch, oder? Es ist doch nicht so, dass jetzt alle bei null anfangen, oder?

JJ:​
Ja, die haben schon eine Bibliothek, genau. Meist in diesen üblichen Ordnerstrukturen bei Dropbox oder eben in Google Drive oder so.

LB:​
Was sind da die Fehler, die du da immer wieder siehst? Was sind so die größten Fehler, die dir immer wieder bei den bestehenden digitalen Bibliotheken auffallen?

JJ:​
Fehler ist vielleicht zu viel gesagt, aber was die meiste Arbeit macht, viele arbeiten, ich weiß nicht, wie es bei dir ist, überwiegen mit alten Formularen.

Wenn man zum Beispiel anfängt, ein neues Franchisesystem aufzubauen, dann fängt man in erster Linie immer erstmal an, alte Zertifikate, Formulare, Vorlagen zu aktualisieren.

Offensichtlich ist es nicht so schlimm, wenn man jetzt einen Pilotbetrieb hat oder einen Standort eben, diese älteren Sachen zu nutzen.

Aber wenn man dann sagt, okay, ich mache jetzt Franchise, dann ist es immer ein riesen Aufwand, diese Vorlagen und Mustervorlagen zu aktualisieren und wieder auf den Stand zu bringen. Einen Fehler würde ich das jetzt nicht nennen.

LB:​
Okay, Unvollständigkeit?

JJ:​
Ja, genau. Unvollständigkeit oder alles zusammen. Du hast dann in einem Ordner irgendwie sämtliche Versionen von irgendwas liegen. Da musst du erstmal gucken, wo sind wir denn jetzt eigentlich, wo stehen wir? Was nehmen wir jetzt gerade.

LB:​
Wenn ich jetzt mit sowas starten will, du sagst, Fehler gibt es nicht so viele, aber was ich mir vorstellen kann, wo ich jetzt größeres Fehlerpotenzial sehe oder generelle in der Struktur. Wie strukturiere ich so etwas? Das ist doch sicherlich so eine Hauptherausforderung, oder?

JJ:​
Ja, das stimmt. Es ist auch die erste größere Frage immer, wie sieht so eine Menüstruktur aus in so einem Handbuch oder in so einer digitalen Bibliothek.

Genau, die geben wir im Prinzip mit unserem Tool vor, die ist hoch flexibel, die kann auch jeder anpassen. Jeder ist auch anders im Kopf mit seiner Struktur.

LB:​
Klar, aber da habt ihr in eurem Tool schon eine konkrete Struktur, bei der ihr sagt, okay, mit der sollten wir mal anfangen und mal gucken, ob die dann auf euch passt?

JJ:​
Genau, so machen wir das. Und die passt immer zu 100 Prozent, da gab es bisher noch keine Abweichungen.

LB:​
Erzähle mal ein bisschen über das Tool, du hast uns jetzt neugierig gemacht.

JJ:​
Es ist eine Eigenentwicklung, die habe ich mit einem Programmierer von uns entwickelt. Du kannst alle deine Prozesse in Wort, Bild und Videoform dort abbilden und es ist ganz einfach strukturiert.

Erst, was ist das Geschäftsmodell, dann welche Vorteile haben Franchisepartner mit diesem Geschäftsmodell oder auch wie ist denn der Weg zu diesem Franchisebetrieb, wie sieht so ein Standard aus.

Was sind die Richtlinien für so einen Standort bis hin zu dem ganz eigenen Kapitel, was mir immer sehr am Herzen liegt. Eben wie gewinne ich meine Kunden.

Dann eben noch Rechte und Pflichten in einem Franchisesystem. Ich sehe es immer nochmal in der Pflicht, es auch aufzuführen in so einer digitalen Bibliothek. Was sind die Rechte und was sind die Pflichten von Franchisegeber und Franchisepartner?

Und das Wichtigste, du hast ein Downloadcenter, indem alle Formulare und Checklisten und Vorlagen in der aktuellen Version hinterlegt sind.

LB:​
Wenn ich es jetzt richtig verstanden habe, verbessere mich bitte, wenn ich etwas fehlinterpretiere. Ihr habt ein Online-Tool?

JJ:​
Ja.

LB:​
Und da beantworte ich sozusagen die Fragen, die ihr vorgebt und daraus kommt dann sozusagen die Struktur dieser digitalen Bibliothek „Franchisehandbuch“ dabei raus?

JJ:​
Richtig, genau, wir geben noch zwei persönliche Workshops dazu, weil man einfach am Anfang, bevor man anfängt zu schreiben, jede Menge Fragen hat. Das ist der eine Workshop und dann gibt es nochmal kurz vorm Ende einen persönlichen Workshop, wo wir auch nochmal alle Fragen mit dem Franchisegeber durchgehen.

LB:​
Wenn ich das alles getan habe, nehmen wir an, das Ding ist jetzt fertig, dann habt ihr das Downloadcenter. Das steht dann meinen zukünftigen oder auch meinen bestehenden Franchisenehmern, also den Lizenznehmern, zur Verfügung, dass die das sozusagen online abrufen können?

JJ:​
Richtig, das ganze Handbuch inklusive dem Downloadcenter.

LB:​
Jetzt habe ich es verstanden. Das ist ja ein tolles Produkt. Das finde ich auch bei euch auf der Webseite?

JJ:​
Genau, das haben wir bisher so gemacht, dass wir das Tool und zwei Workshops angeboten haben. Es wird auch gerne angenommen.

Aber man hat eben zunehmend doch auch junge Menschen, die Franchisesysteme gründen wollen und die haben eher eine Onlineaffinität und gehen das ganze Thema ein bisschen anders an und wollen auch ihr Handbuch selber schreiben, brauchen aber eigentlich nur ein Tool dafür.

LB:​
Und dafür habt ihr jetzt diesen reinen Onlinekurs entwickelt?

JJ:​
Genau, ich habe mich hingesetzt und überlegt, was sind die Anforderungen und die Erwartungen und habe ein paar Kunden befragt und haben dann diesen Online-Videokurse entwickelt für alle, die eben wirklich ihr Handbuch selber schreiben wollen und ein Tool brauchen und sich da ganz motiviert durchwurschteln.

LB:​
Super, hört sich interessant an. Jeder, der da loslegen möchte, gibt es da bei euch eine Testversion oder gibt es da irgendwelche detaillierteren Infos oder findet man alles bei euch auf der Seite?

JJ:​
Man findet alles auf der Seite, handbuch-online.com. Da steht alles drin inklusive Videoanleitung usw.

LB:​
Das ist auch für zukünftiger Franchisegeber dann alles finanzierbar? Von der Investitionssumme überschaubar?

JJ:​
Es ist so minimal zu dem, was ich noch an Handbuchpreisen kennengelernt habe vor 14 Jahren, als ich angefangen habe mit dem Franchise. Der Grundkurs, wenn man alles selber erarbeiten möchte, kostet 879 Euro. Da hat man dann aber drin mit allen grundsätzlichen Fragen, man hat quasi den Grundstock gelegt für den Aufbau seines Franchisesystems.

LB:​
Aber es kann ja auch super interessant sein für bestehende Franchisesysteme, einfach sich zu sagen, ich gucke da rein. Ich versuche meinen mal darüber abzubilden, ich kann den auch dann direkt online, wenn ich das erstellt habe, meinen Lizenznehmern zur Verfügung stellen?

JJ:
Genau, das haben wir auch öfter mal. Ursprünglich habe ich es entwickelt für neu Startende, aber es kommt natürlich schon öfter mal, dass Franchisesysteme mit 40, 50 Franchisepartner sagen, okay, wir brauchen doch langsam mal ein Online-Handbuch.

Und dann machen wir das auch. Dann ist es nochmal ein bisschen komplexer, dann hast du natürlich schon ganz viele Formulare und Dokumente und Prozesse und die werden dann alle nochmal überdacht.

LB:​
Und dann muss man sie auch in die neuen Strukturen überführen?

JJ:​
Genau.

LB:​
Interessant, was ist denn jetzt in Zukunft von euch noch zu erwarten? Ihr habt euch umbenannt, das habe ich gelesen, von Unternehmen Selbstständigkeit in die FranchiseMacher. Da ist ein neues Label oben drüber, aber welche Projekte macht ihr denn jetzt in Zukunft?

JJ:​
Ich werde mich noch weiter um das Thema Onlinekurse kümmern. Ich habe daran ganz viel Spaß, habe ich gemerkt. Es gibt viele Themen, wenn du so ein Thema erstmal im Kopf hast, fallen dir natürlich tausend Sachen ein.

Ich werde weiterhin Systeme aufbauen, weil mir das einfach am meisten Spaß macht. Eugen, mein Geschäftspartner, ist mehr so in den bestehenden Franchisesystemen oder wir sagen auch, in den reiferen Systemen, drin mit Special Projects.

Es gibt ja öfter mal Konzerne, die zum Beispiel Konzerngruppen ausgliedern und ein Franchisesystem daraus machen wollen oder wenn es um Auslandsexpansionen geht, da ist Eugen mehr so der Ideengeber, der Impulsgeber. Dann ist er der Ansprechpartner.

Ansonsten machen wir noch unsere Round Tables, also vor allen Dingen für Partnermanager, das liegt mir auch immer sehr am Herzen, weil die wenig Möglichkeit haben zum Austauschen und es wird immer sehr gerne genutzt. Also zweimal im Jahr unser Round Table oder unser Bootcamp für Partnermanager in Kooperation mit Jürgen Dawo.

Und dann haben wir noch unser jüngstes Baby, den Notfall Fonds e.V., also Franchise hilft. Wo wir uns nochmal Gedanken gemacht haben, wozu wir unsere Franchiseerfahrung nutzen.

Was ist eigentlich mit Franchisepartnern oder Franchiseunternehmern, die unverschuldet in Not geraten? So etwas haben wir auch immer wieder in unserer Praxis erlebt. Wird jemand krank oder Kind oder Frau werden krank. Das ist mehr so ein Herzensprojekt.

LB:​
Du hattest mich freundlicherweise mal dazu eingeladen, ich habe eine Karte von dir bekommen.

JJ:​
Genau, wir haben so schöne Postkarten entwickelt und ich dachte mir, es ist auch immer eine gute Sache.

LB:​
Ja, absolut. Okay, dann, bevor wir uns verabschieden, komme ich zu den Schlussfragen, die ich jetzt entwickelt habe und jedem hier stelle. Als große Leseratte, die ich bin, interessiert mich natürlich immer, welches Buch dich als Mensch und Unternehmer am meisten geprägt hat.

JJ:​
Damit hast du mich echt in Schwierigkeiten gebracht. Ich bin so ziemlich alle Bücher durchgegangen, ich habe das große Einmaleins der Erfolgsstrategie – EKS, war auf jeden Fall ein Buch, aber kennst du Larry Winget?

LB:​
Nee.

JJ:​
Der hat mich eigentlich am meisten inspiriert. Er ist aber nicht jedermanns Sache.

LB:​
Was macht er?

JJ:​
Er ist Keynote Speaker und bei den Amerikanern ist er der Pitbull des Franchise, also des Personal Developments, kann man sagen und Pitbull deswegen, weil er eine sehr eigene Sprache hat. Aber er hat ein cooles Buch geschrieben: „Shut Up, Stop Whining and Get a Life“. Also halts Maul, hör auf zu weinen und lebe endlich.

Ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber ich finde ihn gut. Er hat da im Prinzip alles reingepackt, was man reinpacken kann für dieses Thema.

LB:​
Super, ist eine Empfehlung, die ich noch nie hatte, auch in meinem anderen Podcast nicht. Das werde ich mir auf jeden Fall auch mal anschauen. Es hört sich nach einer sehr interessanten Sprache an, sag ich mal vorsichtig.

JJ:​
Ja, er bringt es auf den Punkt. Er ist nicht der Mensch, der diplomatisch irgendwelche Umwege geht, aber mir hat es immer sehr geholfen.

LB:​
Bei dem Spitznamen hört es sich danach an. Was würdest du denn mit deiner ganzen heutigen Erfahrung deinem 25jährigen Ich raten?

JJ:
Mach dich früher selbstständig, also drei Jahre Mittelstand, drei Jahre Konzern und dann hast du genug, um dich einfach auf die eigenen Füße zu stellen. Und mach dich unbedingt selbständig, das würde ich immer sagen.

Und das zweite, was ich sagen würde, werde früher Mutter, damit du wenigstens drei Kinder in die Welt setzen kannst. Das ist eine echte Bereicherung.

LB:​
Beidem kann ich nur zustimmen. Das würde ich meinem 25jährigen Ich auf jeden Fall auch raten. Ja, Jana, hat viel Spaß gemacht, vielen Dank.

JJ:​
Ja, ich danke.

LB:​
Und euch wünsche ich wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, ciao.

JJ:​
Ciao.

[ssba]