Franchise-Rockstars:
Peter Knuth, enerix

Heutiger Gast bei Franchise Rockstars ist Peter Knuth von dem System enerix. Peter hat das System vor 10 Jahren gegründet und sie haben sich dem Thema "Erneuerbare Energien" verschrieben, was ja wirklich zur Zeit absolut in ist.

Peter Knuth - enerix

Hallo und herzlich willkommen zu dem Franchise Rockstars Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Gastgeber und Moderator der Show. Heute habe ich das System enerix zu Gast und zwar den Peter Knuth. Peter hat das System vor 10 Jahren gegründet und sie haben sich dem Thema „Erneuerbare Energien“ verschrieben, was ja wirklich zur Zeit absolut ‘in’ ist. Auf dieser Erfolgswelle reiten sie auch zur Zeit, aber es war nicht immer so. Und das erzählt er auch hier in diesem Interview. Er verrät uns aber auch die große Vision, die sie haben und was er beziehungsweise enerix unter einer Partnerschaft auf Augenhöhe versteht.

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Das Interview zum Nachlesen

LB = Lars Bobach
PK = Peter Knuth

LB:
Peter, lass uns mal an den aktuellen Zahlen von enerix teilhaben. Also wie viel Franchisenehmer habt ihr? Was macht ihr für Umsatz? Wie viele Mitarbeiter sind bei euch beschäftigt?

PK:
Ja, das ist eine Frage, die ich jetzt aktuell sehr gerne beantworte, weil wir in den letzten Jahren ein schönes Wachstum hinter uns gebracht haben. Wir sind jetzt aktuell 67 Franchisepartner. 67 Franchiseverträge haben wir. 62 sind davon schon aktiv im Markt unterwegs, drei davon in Österreich, die restlichen in Deutschland. Und die fünf, die jetzt noch nicht aktiv unterwegs sind, die durchlaufen Anfang kommenden Jahres erstmal die Grundlagenschulungen. Dann gehen die voraussichtlich so im März an den Markt. Das ist ein schönes Wachstum, was wir da jetzt hatten. Unter der Perspektive, dass wir fast nur 120 Partner in Deutschland suchen, ist das eigentlich ein schönes Etappenziel, das wir jetzt 2019 erreicht haben.

LB:
Wann seid ihr mit dem Franchisesystem gestartet?

PK:
2007 haben wir uns gegründet. Da waren wir beim Torben Brodersen, dem Geschäftsführer vom Deutschen Franchiseverband und haben denen unsere Idee geliefert. Und da hat er uns gesagt: “Ja, da müsst ihr erstmal von der Pieke auf die ganze Sache angehen, also selber erstmal einen Musterbetrieb aufbauen.” Das haben wir zwei Jahre gemacht und 2009 kamen dann die ersten Franchisepartner dazu. Also 2009 ist eigentlich so die Gründung des eigentlichen Franchise.

LB:
Okay, also 10 Jahre und da schon Halbzeit quasi von den Partnern her, die ihr in Deutschland haben wollt. Super, das ist wirklich eine gute Bilanz. Jetzt für diejenigen, die enerix noch nicht kennen: Was macht ihr genau? Ihr habt mit erneuerbaren Energien zu tun?

PK:
Genau. Wir liefern unseren Kunden, das sind vorrangig Einfamilienhausbesitzer, Hausbesitzer oder kleinere Gewerbeunternehmen, dezentrale Energiesysteme. Das hat mal anfänglich mit der reinen Photovoltaik-Anlage begonnen und ging dann über zur Stromspeicherung, was ja mittlerweile auch zum großen Thema geworden ist. Wir haben Stromlieferverträge, wir haben Stromcloudverträge. Das ist so eine Art Stromsparbuch, auf dem der Anlagenbetreiber seinen Sommerstrom für den Winter sparen kann. Das heißt, wir liefern eine alternative Energie zu unseren Kunden. Und der Name enerix sagt es schon ein bisschen: Es ist die Mischung aus Energie und alternativer Mix. So entstand das „enerix“, das heißt, wir liefern nachhaltige Energiesysteme.

LB:
Jetzt ist der Solarstrommarkt so ein bisschen durchgerüttelt worden in den letzten Jahren. Also die Photovoltaik-Hersteller in Deuschland wurden schon arg gebeutelt. Habt ihr damit auch zu kämpfen?

PK:
Hatten wir, ja. Wir standen vor ein paar Jahren vor der Entscheidung: Machen wir weiter oder stampfen wir das Ganze ein? Das war in den Jahren 2012 bis 2014. Da hat die Bundesregierung das Erneuerbare-Energien-Gesetz doch sehr stark und sehr schnell verändert. Und das hat dazu geführt, dass die potenziellen Kunden an die ganze Sache nicht mehr geglaubt haben. Dann kam auf, dass viele Hersteller ihre Preise sehr schnell nach unten bewegt haben. Dadurch entstand die Situation, dass viele Firmen dann in die Pleite gingen.

Das zog sich dann durch bis zu uns. Also bis zu denen, die dann auch das Material auf die Dächer bringen oder verkaufen. Und damals in 2012 waren wir 15 Partner und innerhalb von wenigen Tagen haben dann acht Partner gekündigt. Die haben nicht mehr an die Sache geglaubt und das war eigentlich so der Tiefpunkt unseres Franchisesystems. Dann haben wir unser System erstmal ein paar Jahre so auf kleiner Flamme weitergeführt. Und ab 2014, 2015 ging es dann wieder bergauf und wir sind glücklich heute, dass wir weitergemacht haben. Heute stellt sich die Situation ja ganz anders dar, also die Förderung, das EEG spielt heute eigentlich nur noch eine ganz ganz kleine Rolle.

LB:
Ja, jetzt sind die Leute mit Idealismus dabei. Spätestens seit Greta Thunberg ist jetzt jeder gerne Klimaretter würde ich mal sagen, oder?

PK:
Ganz genau!

LB:
Also diese grüne Bewegung, die wir zur Zeit in der Bundesrepublik spüren, was ja auch grundsätzlich gut ist, das spielt euch da voll in die Karten, kann ich mir gut vorstellen. Jetzt erzähl mal ganz kurz, Photovoltaik, jetzt auch Stromspeicher. Kauft der Kunde jetzt das System bei euch? Muss der Franchisenehmer auch montieren? Wie sieht denn so ein Franchisebetrieb von euch aus?

PK:
Der typische Franchisepartner startet natürlich immer als Einzelkämpfer. Er muss in den ersten Monaten, ich nenn es immer das Fundament seines Unternehmens, aufbauen. Da bildet er Netzwerke zu anderen Unternehmen, sucht sich Handwerker, die er zum Teil auch als Subunternehmer mit rein nimmt. Das Tagesgeschäft schaut letztlich so aus, dass er vor Ort erstmal ein gewisses Marketing betreiben muss, um sich bekannt zu machen. Dann führt er mit den Kunden sehr umfangreiche Beratungsgespräche, das heißt sie fahren raus zum Kunden und schauen sich den Bedarf an.

Welchen Energiebedarf hat der Kunde? Welches Gebäude steht zur Verfügung? Was sind auch die langfristigen Planungen? Steht da vielleicht eine neue Heizung an? Das Thema Wärmepumpe ist auch ein Thema, was uns sehr stark berührt. Elektromobilität steht an, also wenn jemand darüber nachdenkt, sich ein Elektroauto zu kaufen. Das kann er natürlich auch mit Solarstrom beladen. Also das nehmen wir vor Ort auf, machen dann eine umfangreiche Planung. Dann laden wir den Kunden zu uns in die Ausstellung ein und zeigen ihm die Produkte und beraten ihn letztlich, was er sich da anschaffen soll.

Jetzt ist das ganze Thema auch ein bisschen gewerblich zu sehen, auch für den Einfamilienhausbesitzer. So eine Anlage produziert Strom und wir verkaufen den Strom über das EEG in das öffentliche Stromnetz. Das heißt, jeder Privatkunde und Eigenheimbesitzer wird irgendwie auch zum Unternehmer und kann die ganze Anlage dann auch abschreiben und steuerlich nutzen. Auch da müssen wir dem Kunden eine gewisse Unterstützung geben, wie kann er das am besten steuerlich auch ausnutzen?

LB:
Jetzt muss ich da einmal einhaken. Also Beratung, klar hab ich verstanden. Ihr liefert auch Produkte? Also ich kann auch bei euch eine Photovoltaik oder einen Stromspeicher kaufen?

PK:
Genau, der nächste Schritt ist letztlich, wenn wir die Anlage dann verkauft haben, also wir stellen ja selber keine Produkte her. Wir kooperieren hier mit namhaften deutschen Herstellern. Dort beziehen wir unser Material direkt, das heißt wir stellen die Anlage aus verschiedenen Komponenten zusammen und installieren die auch. Es sind zwei Gewerke: Einmal das Gewerk auf dem Dach. Wir installieren die Module auf dem Dach, führen dann die Leitung runter in den Keller. Dort werden dann weitere Komponenten installiert und dann erfolgt der Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Also jede Anlage wird an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

LB:
Und diese Montage, das muss der Franchisepartner vor Ort machen? Muss er das selber können oder hat er dann Angestellte? Wie kann ich mir das vorstellen?

PK:
Da gibt es verschiedene Ansätze. Der Starter startet in der Regel mit unseren Handwerkern, die wir ihm aus unserem Netzwerk zur Verfügung stellen können. Alternativ sucht er sich kleinere Handwerksbetriebe vor Ort. Das sind dann in der Regel Monteure, die die Dachmontage machen und ein Elektromeister. Oder wir haben auch eigene Montagetrupps, die auch den Partnern zur Verfügung gestellt werden. Mittelfristig denkt aber jeder darüber nach, sich auch eigene Monteure einzustellen und eben diese Dienstleistungen im Haus darstellen zu können.

LB:
Jetzt hab ich mal so eine grobe Vorstellung bekommen, wie so ein Franchisebetrieb aussieht. Was sollten denn die Franchisenehmer unbedingt noch über euer Franchisesytem wissen? Also mach mal richtig Werbung. Was zeichnet euch aus und was sollten Franchisenehmer unbedingt wissen?

PK:
Die Branche ist natürlich jetzt in einem absolut aufstehendem Bereich. Nach den Jahren, die ich da gerade mal erläutert habe, sind wir jetzt auf einem Weg, dass wir hier komplett ohne externe Förderungen auskommen. Das heißt, die Anlagen refinanzieren sich nach ca. 10 bis 13 Jahren, je nachdem wie viel Eigenverbrauch man dadurch darstellen kann. Die Lebensdauer solcher Anlagen ist zwischen 25 und 30 Jahren. Das wird zum Teil sogar von den Herstellern garantiert. Man muss letztlich einen gewissen Faible für diese Branche mitbringen, um auch in eigener Überzeugung in dem Markt aufzutreten und diesen Expertenstatus für sich zu entwickeln.

LB:
Ihr bietet auch für Quereinsteiger an? Also ich muss jetzt nicht Elektrotechnik studiert haben oder Elektromeister sein oder irgendwie sowas, oder?

PK:
Wir haben am Anfang, als wir das System gegründet haben, haben wir die eierlegende Wollmilchsau gesucht. Das ist der Elektromeister, der selbst auf dem Dach montiert, den Anschluss im Keller macht. Der gleichzeitig ein Manager ist, der Marketing beherrscht, also alles in einer Person. Diese Personen haben wir nur sehr selten gefunden.

Heute haben wir das getrennt. Wir suchen den Quereinsteiger, den Manager, der schon einige Jahre Berufserfahrung hat. Der weiß, wie man auch ein Unternehmen aufbauen kann. Die handwerklichen Dienstleistungen kaufen wir in der Regel in irgendeiner Form zu. Unsere Partner sind zu 95% absolute Quereinsteiger.

LB:
Wie viel muss man investieren? Was ist eine Rendite, realistisch?

PK:
Die Investition liegt bei uns so zwischen 50.000 und 60.000 Euro. Das liegt ein bisschen daran, was der Partner auch schon mitbringt. Kommt er aus der Anstellung? Muss er sich ein komplettes Büro einrichten? Dann liegen wir eher bei 60.000. Hat er schon gewisses Equipment, dann eher bei 50.000 Euro.

Dann haben wir eine Franchise-Einstiegsgebühr, die liegt bei 5.000 Euro. Es gibt ein Marketing-Starterpaket, was der Partner als Basis benötigt, um auch im Markt auftreten zu können. Und dann haben wir noch eine Schulungsgebühr. Alle unsere Partner durchlaufen vor Vertragsstart eine Ausbildung zum Fachberater für dezentrale Energiesysteme. Das wird dann vom TÜV nochmal qualifiziert und sie machen da zum Schluss nochmal eine Prüfung. Da liegen wir nochmal bei 4.600 Euro. Das heißt, hier zahlt er am Anfang knappe 15.000 Euro.

Dann fangen die laufenden Gebühren mit Vertragsstart an, das heißt nicht bei Vertragsunterschrift, sondern erst bei Vertragsbeginn und das ist meistens erst so ein Vierteljahr nach Vertragsunterzeichnung.

LB:
Okay. Renditemöglichkeit, wie viel kann man da verdienen?

PK:
Wir haben einen durchschnittlichen Wert, also der Deckungsbeitrag 1 liegt bei rund 25 Prozent. Im ersten Jahr liegt man in der Regel so bei 300.000 bis 400.000 Euro, das mit einem Deckungsbeitrag von ungefähr 25 Prozent, kommen da schon stattliche Summen zusammen. Natürlich gehen da nochmal die persönlichen Kosten von weg. Für Büro, eventuell Personal, was man aber im ersten Jahr noch gar nicht hat. Aber der Wert 25, das ist so ein Wert, der sich in den letzten Jahren doch sehr stark gefestigt hat.

LB:
Okay. Was gute Franchisenehmer mitbringen sollten, frag ich ja immer. Das hast du schon erklärt. Ihr sucht also nicht jetzt den Elektromeister, Elektroingenieur, und und und. Sondern wirklich den Quereinsteiger, der also ein gewisses Faible für diese Branche und für erneuerbare Energien mit sich bringt. Er muss, wenn ich das jetzt so raushöre, wahnsinnig gut im Vetrieb sein. Das ist ja das A und O.

PK:
Definitiv vertriebsorientiert. Unsere Partner, wir haben da gerade letztes Jahr auch mal so eine Auswertung gemacht, unser typischer Franchisepartner ist 45,5 Jahre alt. Hat zu 60% ein Studium absolviert und davon zu 40% ein technisches Studium. Die meisten sind dann eher Kaufleute oder Wirtschaftsingenieure.

Also ganz klassisch eher so in der zweiten Hälfte des Berufslebens steigen die Partner bei uns ein. Alle bringen schon gewisse Kompetenz mit, die wissen wie man Vertriebsstrukturen aufbaut, wie man an den Kunden herankommt. Wie man auch Subunternehmer koordiniert und führt. Die müssen natürlich ein gewisses Faible für das Thema mitbringen, ich sag mal, wir müssen in gewisser Weise Spinner sein, um das Thema hier auch mit Herzblut in den Regionen zu vermarkten.

LB:
Was bietet ihr jetzt für Franchiselizenzen an? Also gibt es da eine? Oder gibt es auch mehrere über mehrere Standorte? Wie macht ihr das?

PK:
Unsere typische Franchiselizenz, eigentlich die einzige die wir aktuell anbieten, ist eine Gebietslizenz. Jeder Partner bekommt bei uns ein festes Vertragsgebiet, also anders wie jetzt bei Standortfranchise, sprechen wir hier über ein Exklusivgebiet, in dem nur ein Partner tätig werden darf. In dem Gebiet kann der Partner so viele Verkaufsbüros aufbauen, wie er möchte. Das heißt, dieses Gebiet hat eine Größe von, wir definieren das anhand von Einfamilienhäusern, das sind ca. 60.000 Einfamilienhäuser, 20.000 Doppelhäuser und weitere 20.000 Mehrfamilienhäuser. Das ist dann so ein Radius von 25, 30 km Fläche.

LB:
Gibt es schon Franchisenehmer, die mehrere solcher Gebiete gekauft haben? Also so Multi-Unit?

PK:
Ja, aber die kann man an einer Hand abzählen. Normalerweise sind die Gebiete so groß, dass man sich darin sehr gut entwickeln kann. Bevor man über eine zweite Lizenz nachdenkt, sollte man eigentlich über einen zweiten Standort im Gebiet nachdenken. Man muss das Gebiet einfach nur effektiver ausnutzen. Das Schöne ist, das Kundenpotenzial wächst jährlich nach, also in jedem Gebiet werden Neubauten errichtet. Was natürlich auch ein zunehmendes Kundenpotenzial für uns darstellt.

LB:
Unterstützt ihr das mit dem Multi-Unit? Also es gibt ja Systeme, die sind ganz klar. Die wollen Unternehmer, die wollen mit wenig Partnern groß werden. Oder mögt ihr das eher, dass ihr viele Partner habt, die eher klein sind? Oder seid ihr für alles offen?

PK:
Gut, dass du noch die letzte Möglichkeit gesagt hast. Ich glaube, wir sind für beide Dinge offen. Dadurch, dass wir jetzt ganz stark in den letzten Jahren gewachsen sind und der Vertrag zunächst mal fünf Jahre läuft, sind jetzt wenige Partner in dieser zweiten Phase oder stehen vor der Entscheidung, jetzt zu verlängern. Wir schauen uns das natürlich an, wie hat sich der Partner in den vergangenen Jahren entwickelt? Und trauen wir ihm zu, ein weiteres Gebiet aufzubauen? Wenn das erste Gebiet noch Potenzial hat, dann schauen wir natürlich erstmal zu, dass er innerhalb des Gebietes wachsen wird.

LB:
Jetzt hast du es eben schon erwähnt, ich glaube, das dürfte auch so die größte Herausforderung gewesen sein, vor der ihr gestanden habt, als auf einen Schlag drei Viertel eurer Franchisenehmer abhanden gekommen sind, wie du es eben so erzählt hast. War das so die größte Herausforderung als Franchisegeber?

PK:
Die größte Herausforderung eines Franchisegebers ist erstmal ein System richtig aufzubauen. Ich glaube, da spreche ich für meine Kollegen aus dem Franchise, jeder macht die gleichen Fehler oder jeder muss auch die gleichen Fehler machen. Und solche Fehler haben wir am Anfang auch getan. Wenn ich die Erfahrung damals gehabt hätte, die ich heute habe, dann wären wir hoffentlich schon weiter und dann wäre vielleicht diese Krise an uns auch vorbeigegangen.

LB:
Um da einzusteigen, genau dafür ist auch der Podcast da, dass wir auch ein bisschen den Erfahrungsaustausch stärken. Wenn du sagst, dass war eine Erfahrung, was hast du denn daraus gelernt? Was kannst du den anderen Franchisenehmern mitgeben, dass sie vielleicht nicht in diese Falle tappen?

PK:
Am Anfang haben wir ganz klar versucht zu wachsen. Da waren die Punkte auf der Landkarte wichtiger, als der Partner, den wir da dazu geholt haben. Größter Fehler war das zweite Standbein, ich möchte mir ein zweites Standbein aufbauen, das war ein Elektriker, das war ein Dachdecker, das waren anderweitige Installateure. Und das funktioniert nicht, man kann nur einen Geschäftsbereich richtig aufbauen und nicht zwei parallel. Das war ein ganz großer Fehler. Wir hatten keine persönlichen Beziehungen zu den Partnern. Uns wurde auch geraten, eine möglichst große Distanz zu den Franchisenehmern aufzubauen, um hier nicht zu persönlich zu werden. Das waren alles Fehler, die haben sich dann in diesen rückläufigen Jahren extrem bemerkbar gemacht.

LB:
Wer rät denn sowas, dass man da eine große Distanz wahren muss? Das ist ja lustig.

PK:
Genau, da gibt es Berater, die auch aus dem Franchise kommen, die raten letztlich sowas.

LB:
Ach du Schande, das ist ja der Hammer.

PK:
Ich muss dazu sagen, heute haben wir eine sehr persönliche Beziehung. Hier gibt es nicht mehr die Differenz, es gibt nicht mehr die Zentrale und nicht mehr den Franchisepartner, sondern es gibt nur noch uns. Wenn Themen zu besprechen sind, dann werden die besprochen. Und das liefert letztlich auch unseren heutigen Erfolg. Dadurch, dass wir eine sehr enge Beziehung zu den Kollegen haben.

Wir haben regelmäßige Treffen, das sind sehr persönliche Treffen, wo wir uns austauschen. Wo wir auch abends bei den Diskussionen ein Bierchen miteinander trinken. Das hat auch dazu geführt, dass die Partner gerne im System sind und auch gerne positiv über uns berichten.

Wir haben jetzt gerade das Ergebnis unserer Rezertifizierung bekommen, ein ordentliches Franchisesystem muss ja alle drei Jahre eine Rezertifizierung durchlaufen und von den 63 Partnern, die dort genannt wurden, haben 60 Partner mitgemacht. Das ist allein schon ein tolles Ergebnis und 100% dieser Partner würden sich wieder für eine Zusammenarbeit entscheiden. Und das ist für uns eigentlich so das schönste Feedback, was man eigentlich von seinen Partnern erhalten kann. Das heißt, wir haben hier in den letzten fünf Jahren sicherlich vieles richtig gemacht.

LB:
Also, du sagst jetzt persönlichere Beziehungen, da möchte ich jetzt nochmal ein bisschen tiefer gehen, weil das interessiert mich. Was würdest du denn sagen, woher kommt diese hohe Zufriedenheit? Macht ihr da was besonders? Was macht ihr da anders, als vielleicht andere Systeme?

PK:
Also erstmal die Kommunikation auf Augenhöhe. Das wird natürlich immer von jedem System genannt, aber das wird bei uns definitiv auch so gelebt. Wir haben die Weisheit in der Zentrale auch nicht mit Löffeln gefressen. Und die Partner sind tagtäglich näher am Endkunden dran und können uns da viel mehr Input liefern, als wir uns das alleine in der Zentrale letztlich ausdenken können. Ich meine, wir haben zwar einen Musterbetrieb, der auch in der Zentrale ansässig ist, aber trotzdem sind unsere Partner direkt mit dem Endkunden in Kontakt und die bringen uns sehr viel Input.

Wenn es darum geht neue Materialien ins System zu holen, wenn es darum geht neue Dienstleistungen zu entwickeln, neues Marketing… Da kriegen wir sehr viel Input und das ist natürlich auch für den Partner ein Zeichen, dass sein Wort in der Zentrale gehört wird. Das ist aus meiner Sicht mit der entscheidenste Faktor, dass man hier auf einer Augenhöhe eben diese Kommunikation betreibt.

Wir sind im ständigen Kontakt mit den Partnern, wir haben unsere Treffen bei Lieferanten, bei Weiterbildungen, wir machen unsere Jahrestagungen. Und da werden auch sehr stark die Partner gehört. Wir holen nicht nur externe Speaker, sondern hier werden Vorträge von den Partnern gemacht. Das ist erstmal auch eine gewisse Wertschätzung für den Partner, der dort vorne steht, aber auch für die, die neu in so ein System reinkommen, die kriegen natürlich alles aus erster Hand.

In der Entscheidungsphase, welchen Partner wir mit ins System holen, hat jeder Interessent die Möglichkeit, mit allen, es sind meistens nicht alle, aber mit einigen bestehenden Partnern zu telefonieren. Das sind meistens so Telefonate, die fast eine Stunde gehen und da kriegen die neuen Partner oder die Interessenten sehr viel Wissen, auch Internas. Und die bestehenden Partner haben auch ein gewisses Mitspracherecht, wer mit ins System kommt und wer nicht.

LB:
Also dieses auf Augenhöhe kommunizieren, du hast schon richtig gesagt ‘Das sagen sie alle’ und ich bin da immer sehr hellhörig. Ich kriege das schon sehr schnell mit, wie über Partner gesprochen wird und ich glaube auch, das ist der größte Erfolgsfaktor für ein Franchisesystem. Jetzt hast du eben schon gesagt, ihr wollt 120 Standorte in Deutschland machen. Was ist denn sonst noch von euch in Zukunft zu erwarten? Was sind eure Ziele?

PK:
Also das große Ziel von uns ist natürlich die Energiewende mitzugestalten. Wir sind in Deutschland jetzt auf einem sehr guten Weg, wir dürfen das gar nicht immer so kleinreden. Viele Länder schauen auf Deutschland, wenn wir hier eine Energiewende hinbekommen, dann werden es viele nachmachen. Und wir dürfen nicht immer mit der Ausrede auf dem Markt auftreten, die Länder rings um Deutschland herum produzieren noch Atom- und Kohlestrom. Das ist richtig, aber auch die werden irgendwann einen Schritt weitergehen.

Das ist unser großes erklärtes Ziel, die Energiewende in Deutschland mitzugestalten, vielleicht auch innerhalb Europas. Wir sind aktuell auch schon mit drei Kollegen in Österreich tätig, aber vielleicht kommen da auch weitere Länder in den nächsten Jahren dazu. Wir wollen in den Regionen selber noch stärker präsent werden, also nicht nur die Fläche mit Punkten belegen, sondern auch die Franchisegebiete noch stärker ausnutzen.

Vielleicht auch irgendwann mal eigene Produkte in den Markt zu bringen. Es gibt schon zahlreiche gute Produkte und Dienstleistungen, aber wenn wir eine gewisse Flächendeckung haben, dann können wir auch einen Schritt weiter denken. Also unser Kernkunde ist nach wie vor der Einfamilienhausbesitzer und da möchten wir der alternative Energielieferant werden. Weg von der zentralen Energieversorgung hin zu einer dezentralen.

LB:
Sehr schön, das ist eine tolle Vision, die ihr da habt. Peter, vielen Dank bis hierhin! War super interessant. Du hast einen guten Einblick gegeben in das Franchisesystem und ich glaube jeder, der hier zuhört, hat sich jetzt ein gutes Bild gemacht. Danke dafür!

PK:
Gerne!

LB:
Kommen wir zu den Schlussfragen: Bist du bereit?

PK:
Ja!

LB:
Wunderbar. Welches Buch hat dich als Mensch und Unternehmer am meisten geprägt?

PK:
Ja ich glaub das war die EKS-Strategie, also Erfolg durch Spezialisierung. Das neue 1×1 der Erfolgsstrategie.

LB:
Ja super Buch! Was würdest du mit deiner ganzen heutigen Erfahrung deinem 25-jährigen Ich raten?

PK:
Heirate die richtige Frau…

LB:
Ist dir das nicht gelungen?

PK:
Doch doch, deswegen sag ich das so. Hab keine Angst vor der Selbstständigkeit und geh die Sache lieber früher an als zu spät, weil nach hinten raus wird die Zeit dann knapp. Ganz wichtig, umgib dich mit den richtigen Menschen. Es gibt ja immer den Spruch „Du bist der Querschnitt der sieben Personen, mit denen du dich umgibst.“ Das ist auch ganz wichtig, mit motivierenden und positiv denkenden Menschen sollte man sich umgeben, die einen auch inspirieren. Das hat mich definitiv angefeuert und mach das, was dir Spaß macht. Also nicht irgendetwas, was dir die Gesellschaft oder die Familie aufzwängt, sondern das, wofür du brennst. Und wenn du für etwas brennst, dann machst du es auch gut und dann wirst du auch erfolgreich.

LB:
Sehr schöne Schlussworte! Da muss ich dran denken, an deinen ersten Rat. Wie sagt der Amerikaner? Happy wife, happy life! So ist es auch. Peter, dir vielen vielen Dank und ich wünsche dir, lieber Peter und auch euch natürlich, mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben! Ciao.

PK:
Ciao.

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