Franchise-Rockstars:
Torben Leif Brodersen, Deutscher Franchiseverband

Unser besonderer Gast ist diesmal Torben Brodersen, der Geschäftsführer des deutschen Franchiseverbandes.

Torben Leif Brodersen

Herzlich willkommen zum „Franchise Rockstars“ Podcast. Mein Name ist Lars Bobach, ich bin Moderator und Gastgeber der heutigen Show. Heute haben wir einen besonderen Gast und zwar den Torben Brodersen, den Geschäftsführer des deutschen Franchiseverbandes. Torben ist das seit 2003 und er hat damals schon, als ich 2006 meinen Gründerpreis vom deutschen Franchiseverband bekommen habe, ihn schon mit verliehen.

Da habe ich ihn das erste Mal kennengelernt. Er ist Politikwissenschaftler, wohnhaft im Umland von Berlin, verheiratet, hat drei Kinder, ist sehr innovationsgetrieben und führt seit 2003 den deutschen Franchiseverband.

In dem Interview habe ich mit ihm darüber gesprochen, was der deutsche Franchiseverband überhaupt macht. Was bietet er für Franchisesysteme? Aber auch, was bietet er für Franchisenehmer? Und er redet über die zukünftigen Herausforderungen der Franchisewirtschaft.

Links

Website: Deutscher Franchiseverband

Franchise Expo vom 27. bis 29. September 2018 in Frankfurt/Main

Das Interview zum Nachlesen:

LB = Lars Bobach
TB = Torben Brodersen

LB:
Ja, lieber Torben, lass uns einmal an den aktuellen Zahlen der Franchisewirtschaft in Deutschland oder Deutschland/Österreich/Schweiz teilhaben. Wie sieht es da aus? Wie viel Franchisesysteme gibt es? Welchen Umsatz? Wie viel Mitarbeiter sind da beschäftigt? Was hast du für Zahlen für uns?

Aktuelle Zahlen Franchisesysteme (Stand 09/2018)

TB:
Sehr spannende Zahlen, denn wir können auch gute Neuigkeiten verkünden, weil wir eine sehr dynamische Entwicklung haben. Gerade bei den Zahlen der Franchisenehmer. Es gibt also in Deutschland 123.000 Franchisenehmer in fast 1.000 Franchisesystemen und Mitarbeiter 700.000. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, finde ich. 700.000 Personen, die in der Franchisewirtschaft arbeiten und damit 112 Milliarden Euro Umsatz generieren. Das ist schon echt ein Wort und kann uns auch stolz machen als Franchisewirtschaft insgesamt, dass wir so mitten in der mittelständischen Wirtschaft unseren Platz haben.

LB:
Das sind ja wirklich sehr beeindruckende Zahlen. Das ist ja schon ein großer Teil der Gesamtwirtschaft, der jetzt hier in der Franchisebranche arbeitet.

TB:
Es wächst, denn abgesehen von den herkömmlichen Branchen wie Gastronomie, Dienstleistung und Einzelhandel siehst du, dass das Franchisesystem als Geschäftsmodell in neuen Bereichen auch ankommt. Das ist der Startup-Bereich. Startups, die hier in Berlin zum Beispiel angesiedelt sind, die eine Pilotphase haben und dann an die Skalierung, an die Multiplikationen denken. Sie kommen unweigerlich auf das Thema Franchise und das ist super spannend bei uns gerade.

Oder du nimmst den großen Bereich des Social Entrepreneurships. Auch hier gibt es skalierbare Modelle, die sozusagen ohne Gewinnerzielungsabsicht, aber trotzdem eine Multiplikation machen. Denn überall da, wo du Prozesse standardisieren kannst, Abläufe standardisieren kannst, überall da, wo es darauf ankommt einen einheitlichen Auftritt zu haben unter einer gemeinsamen Dachmarke, kommen wir natürlich ins Spiel. Und das wird gefühlt nicht weniger, sondern eher mehr werden, auch in der Zukunft.

LB:
Ja, toll, sehr beeindruckende Zahlen. Jetzt würde ich aber gerne auch mal über den Deutschen Franchiseverband mit dir sprechen. Was habt ihr denn da für Zahlen?

Aktuelle Zahlen Franchiseverband (Stand 09/2018)

TB:
Der Franchiseverband befindet sich ebenfalls in einer sehr dynamischen Wachstumsperiode gerade. Wir haben einen Sprung gemacht von 270 Mitgliedern Anfang 2017 auf heute fast 350. Das heißt, wir haben in den letzten Monaten sehr viele neue Unternehmen mit dazugewonnen und es sind alteingesessene Unternehmen wie jetzt „Tank & Rast“ zum Beispiel, aber auch jüngere, kleinere Franchisegeber, die sich uns anschließen.

Es ist also eine sehr bunte Mischung. Und das, was wir natürlich bieten, ist, wir sind sozusagen Dienstleister rund um Franchisegeberaktivitäten. Wir unterstützen bei Franchisenehmergewinnung, wir unterstützen beim Qualitätsmanagement. Wir machen diverse Veranstaltungen, wir schaffen Netzwerk für die Unternehmen untereinander. Das ist natürlich das, was zieht. Wir haben sehr viel an Know-how, das wir mit unseren Mitgliedern teilen sozusagen. Also, das ist etwas, was eigentlich dieser Kernnutzen auch ist in der Mitgliedschaft im Verband.

LB:
Das hört sich jetzt so ein bisschen an, dass das hauptsächlich für Neugründungen von Franchisesystemen ist oder für Franchisesysteme, die jetzt gerade in der Startphase sind. Was haben denn etablierte Franchisesysteme von einer Mitgliedschaft?

TB:
Für die Etablierten gilt das gleiche. Denn gerade etablierte Systeme sind häufig in Umbruchsituationen. Sie sind häufig in einer Phase der Weiterentwicklung, der Anpassung. Und in diesen Phasen stehen wir mit unserem Zertifizierungsverfahren, mit unserem Qualitätsmanagement, zur Seite und können diese Unternehmen begleiten.

Das, was ich eben gesagt habe mit den Neumitgliedern, es sind eben gerade nicht nur Kleine, die starten, sondern auch die, die ausbauen und die schon größer sind. Also, für alle Beteiligten ist eigentlich der Nutzen der Mitgliedschaft über das Qualitätsmanagement, über das Netzwerk, über die sehr aktive Community der Franchisegeber untereinander, ein klasse Vorteil.

Wir arbeiten eigentlich permanent daran, diese Vorteile noch weiter zu entwickeln. Wir wissen heute, eine Mitgliedschaft in einem Verband steht überall natürlich immer inmitten einer Phase der Überprüfung. Und wir wollen immer neue Argumente finden, um zu binden und das heißt auch, es funktioniert. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

LB:
Was mich jetzt nochmal interessieren würde, ihr seid ja auch ein Interessenverband. Seid ihr auch politisch aktiv?

Politische Aktivitäten

TB:
Wir sind politisch sehr aktiv, haben jetzt gerade aktuell in drei oder vier Wochen jetzt die Franchise-Expo in Frankfurt, wo wir den Christian Hirte da haben werden als Mittelstandsbeauftragten der Bundesregierung, der auch die Bedeutung der Franchisewirtschaft anerkennen möchte und mit dem werden wir auch ein paar politische Sachen besprechen, mit dem Vorstand des Verbands zusammen.

Aber gerade auch vor dieser Messe haben wir hier im politischen Umfeld diverse Treffen noch und interessanterweise geht es aktuell um das Thema Altersvorsorgepflicht für Selbständige. Du hast jetzt aktuell im Deutschen Bundestag die Situation, dass die großen Fraktionen alle sich einig sind darüber, dass der selbständige Unternehmer für das Alter vorsorgen sollte.

Das heißt, da geht es auch in Richtung einer, ich will nicht sagen Pflichtversicherung in der Deutschen Rentenversicherung, sondern es geht eher darum, dass wir auch werben für private Altersvorsorgemöglichkeiten. Wir werben für die Anerkennung von Immobilien, für die Wertigkeit des Unternehmens selbst auch.

Das heißt, das sind aktuell auch so politische Themen, die wir bespielen. Und unsere Kernforderung zielt auch daraufhin ab, dass in dieser Legislaturperiode endlich mal wieder was passieren muss zum Thema Gründungsförderung. Wir brauchen mehr Förderung für junge Unternehmen. Wir brauchen mehr Gründerkultur. Da ist in der Vergangenheit einfach zu wenig passiert.

LB:
Absolut, sehe ich auch so. Das muss ich hundertprozentig unterstreichen. Neben dem, dass ihr für die Franchisesysteme, für die Franchisegeber, also Standards, Tools, anbietet, aber auch den Austausch untereinander fördert, seid ihr auch eine Interessenvertretung in Berlin dann gegenüber der Politik?

TB:
Wir sind hier einer der Hauptansprechpartner, wenn es um mittelständische Unternehmen geht und die Interessenvertretung von mittelständischen Unternehmen, da sind wir eigentlich in allen Runden dabei. Insofern ist das das Brot- und Buttergeschäft eines Verbands, der Interessen seiner Mitglieder entsprechend auch wahrnehmen möchte.

Qualitätssicherung durch Zertifizierung

LB:
Ein Thema würde ich gern ein bisschen vertiefen, weil mich das auch wirklich sehr interessiert, das ist die Qualität. Der Deutsche Franchiseverband sagt ja von sich, wenn man hier Mitglied ist, da gibt es ja auch Siegel. Ich glaube, Siegel ist jetzt das falsche Wort, kannst du jetzt gleich nochmal verbessern, wie das genau heißt, aber auf jeden Fall eine Zertifizierung. Was bringt die genau mit sich und wie drückt sich damit die Qualität aus?

TB:
Das ist ein wichtiges Thema, weil das praktisch unser Alleinstellungsmerkmal in der Verbandslandschaft ist. Ich kenne keinen anderen Verband, der in unserer Art und Weise Unternehmen sozusagen auch aussucht, Unternehmen zertifiziert, seine Mitglieder zertifiziert.

Bei uns ist die ordentliche Mitgliedschaft gebunden an einen sogenannten Systemcheck. Der Systemcheck beinhaltet die Prüfung des Franchisevertrages, beinhaltet die Überprüfung der Leistung des Franchisegebers gegenüber seinen Partnern und beinhaltet auch eine Franchisenehmer-Zufriedenheitsbefragung.

Dieser Zertifizierungsprozess, gekoppelt an die ordentliche Mitgliedschaft, findet alle drei Jahre statt und bringt dem Mitglied, bringt dem Franchisegeber, wertvollen Input zur Weiterentwicklung des Systems.

Nach außen hin vergeben wir ein Zertifikat. Nach außen hin kann dieses Zertifikat dann am Ende eine vertrauensbildende Maßnahme sein, zum Beispiel für angehende Franchisenehmer oder bestehende Franchisenehmer in dem System. Eine vertrauensbildende Maßnahme sein gegenüber Banken, Sparkassen, Bürgschaftsbanken, die sehr wohl wissen, was wir tun mit unserem Qualitätsmanagement und dann auch Vorteile haben bei der Kreditvergabe und bei der Bearbeitung entsprechend.

Also, unser Kernziel ist mit diesem Systemcheck, mit einer Compliance, die wir formuliert haben, mit Ethikcodex. Wir wollen sicherstellen, dass innerhalb unseres Verbandes die Unternehmen partnerschaftlich fair miteinander umgehen. Denn wir gehen auch davon aus und wissen, dass erst dann, wenn diese Rahmenbedingungen stimmen, wenn Fairness da ist, wenn Fairplay gespielt wird, dass wir dann auch den wirtschaftlichen Erfolg der Beteiligten untermauern können.

LB:
Unabhängig von eurem Systemcheck, was zeichnet denn aus deiner Sicht gute Systeme aus? Du machst das ja jetzt schon etliche Jahre, hast viele Systeme gesehen, auch bei vielen den Systemcheck dann sicherlich mit durchgeführt oder auch mitbekommen, was da herausgekommen ist. Was sagst du denn, was sind so Kernpunkte, was gute Systeme auszeichnet?

Was zeichnet gute Franchisesysteme aus?

TB:
Abgesehen von diesem Punkt Werte, abgesehen von dem Punkt Nachhaltigkeit, den ich jetzt in Verbindung bringe mit dem, was ich eben gesagt habe, ist es die Alleinstellung. Das System, Alleinstellungsmerkmale, Wettbewerbsvorteile, wenn ich die sozusagen ausreichend formulieren kann, kann ich Attraktivität erzeugen gegenüber Endkunden und natürlich auch gegenüber Franchisenehmern und auch angehenden.

Also, worauf es ankommt, ist ein gutes Alleinstellungsmerkmal. Gute Franchisesysteme zeichnet aus, dass sie in regelmäßigen Abständen reinhorchen in ihr System, dass sie sich weiterentwickeln. Diesen Anspruch auch haben, sich weiterzuentwickeln, dass sie ein professionelles Franchisemanagement haben, dass sie investieren in Menschen, die ihr Franchisesystem organisieren. Am Ende des Tages ist diese Kombination eben erforderlich für die Erzeugung des Erfolgs.

LB:
Das hört sich alles gut an. Was haben denn jetzt potentielle Franchisenehmer oder Franchiseunternehmer, Lizenznehmer, was kann der deutsche Franchiseverband denn da bieten?

Was bietet der Deutsche Franchiseverband noch?

TB:
Wir beraten sehr viel, wir sind eigentlich täglich in Kontakt mit Franchisenehmern oder angehenden Franchisenehmern, die sich umhören wollen, die eine Beratung brauchen, die vielleicht auch ein Problem haben und zu uns kommen.

Wir haben gerade in den letzten Monaten auch einiges an Mediationsverfahren durchgeführt sozusagen über uns. Wir sind da auch eine Anlaufstelle, die sehr aktiv in der Beratung ist und die selber auch erzählt. Also, wir erzählen ja über Best-Practices, über erforderliche Franchisegründungen.

Wir zeichnen aus. Wir haben jetzt dieses Jahr auch die Franchisenehmerin von Town & Country ausgezeichnet mit so einem Gründeraward. Also, wir wollen ja diese Geschichten auch erzählen, damit in der Öffentlichkeit eben das Bild des Franchiseunternehmers auch positiv besetzt wird.

LB:
Und Beratung, Meditation habe ich verstanden. Also, wenn es mal irgendwie knirscht im Getriebe zwischen Franchisegeber/Franchisenehmer. Aber Beratung, macht ihr das auch, wenn ich jetzt in der Auswahl von Systemen bin?

TB:
Ja, also, in der Auswahl von Systemen gehen wir jetzt nicht so tief in die Beratung, dass wir dem Franchiseinteressenten sagen, du gehst jetzt dahin, du gehst jetzt dahin. Dafür gibt es ja Broker-Organisationen.

Beratung heißt, wir gehen an die Industrie- und Handelskammern in Deutschland. Die Industrie- und Handelskammern schätzen uns auch im Übrigen sehr als neutraler Partner im Franchise-Bereich. Wir führen Einzelgespräche zum Beispiel durch, wo wir schon mit dem Franchisenehmer dann oder dem Franchise-Interessenten Gespräche führen über Konzepte, über Verträge, über generelle Eignung. Also, das machen wir schon. Und wird auch sehr stark nachgefragt.

LB:
Sehr gut. Wenn man jetzt mal die ganze Franchisebranche in Deutschland sieht, es sind tolle Zahlen und Wachstum, hast du gesagt, ist ja super. Aber was siehst du denn so an Herausforderungen? Wo steht denn die Franchisewirtschaft, was werden die Herausforderungen der Zukunft sein?

Was sind die zukünftigen Herausforderungen?

TB:
Die Herausforderung, die Franchisesysteme haben, spiegeln die Herausforderungen, die die mittelständische Wirtschaft hat, generell. Das ist das Thema Mitarbeiter finden und im Übrigen kann man hieraus wieder auch einen wunderbaren Vorteil einer Franchise-Partnerschaft generieren. Nämlich dann, wenn ich als Franchisegeber meine Franchisepartner unterstütze im Bereich der Mitarbeitergewinnung. Das ist das, was wir gerade auch tun. Also, das sind Herausforderungen.

Unternehmensnachfolge ist eine Herausforderung. Aber auch hier wieder der Vorteil, dass ich als Gründer, wenn ich jetzt mich selbständig machen möchte, den doppelten Vorteil habe. Ich kann sowohl in ein Franchisesystem einsteigen, aber ich kann sowohl auf der anderen Seite dann sogar einen bestehenden Betrieb übernehmen und wir helfen dabei. Das ist auch etwas, was eine große Fragestellung ist.

Alles um digitale Prozesse ist eine Herausforderung natürlich. Digitalisierung der Prozesse, Kundenströme, die woanders fließen. Und da sind wir auch dabei, Antworten zu finden auch über unsere entsprechenden Ausschüsse und Tanks. Wir haben einen Digi-Tank, so nennen wir das, wo wir praktisch alles das, was digital ist und Einfluss hat auf Franchisesysteme, besonders auch zusammenführen, herausheben und entsprechende Empfehlungen für unsere Mitglieder auch aussprechen.

LB:
Wie kann ich mir so einen Ausschuss oder so einen Digi-Tank vorstellen? Wer sitzt da drin und was machen die genau?

TB:
Das sind Experten aus Franchisesystemen, es sind Franchisegeber, es sind Franchisemanager, es sind aber auch Experten, die als Unternehmensberater sich mit digitalen Prozessen befassen. Und hier sind wir dabei, gerade Best-Practices zu finden.

Das heißt, wie wenden Franchisesysteme digitale Tools heute schon an und dieses herauszutragen und dieses in die Breite zu tragen innerhalb dieser Mitgliedschaft, immer innerhalb der Mitgliedschaft, das ist das, was sich dieses Digi-Tank zur Aufgabe gemacht hat.

Wir müssen einfach mehr Best-Practices teilen über neue Tools, die die Digitalisierung mit sich bringt. Wir müssen aufklären, wir müssen informieren, damit nicht Oberhand gewinnt, irgendwo eine Scheu oder eine Angst vor diesen Sachen, sondern proaktiv es voranzutreiben. Das ist das, was wir wollen mit diesen Aktivitäten.

LB:
Wie kann ich dann als Franchisesystem davon profitieren? Gibt es ein White Paper dazu und es wird hinterher verteilt?

TB:
Genau, es wird jetzt bei uns im Intranet dargestellt, auf das nur die Mitglieder Zugriff haben. Das Schöne ist aber, dass wir gerade selber an einer Social Community arbeiten. Das heißt, wir haben einen Anbieter gefunden, mit dem wir zusammen eine Social Community aufbauen, die nur Mitgliedern zur Verfügung steht.

Wo aber Ausschüsse digital arbeiten können, wo der Vorstand digital arbeiten kann, wo es Foren gibt, wo unsere Guidelines, unsere Checklisten, abgelegt sind und entsprechend benutzt werden und runtergeladen werden können, weiterbearbeitet werden können von der Community. Das wird sozusagen der nächste Meilenstein sein. Also, wir sind da auch sehr stark an Innovationen interessiert. Darüber diese Community zu starten, darüber den Zusammenhalt und damit auch den Nutzen zu erhöhen, das ist das, was wir damit bezwecken wollen.

LB:
Geht der Verband in Sachen Digitalisierung also auch mit gutem Beispiel voran?

TB:
Auf jeden Fall.

LB:
Was ist denn jetzt, wenn ein Franchisesystem sagt, ich habe auch zu einem Thema Interesse, mitzuarbeiten. Wie geht das vonstatten, kann man sich einfach bei euch melden und dann wird man eingeladen oder wie läuft das?

TB:
Auf den Fall. Also, wenn jemand sagt, ich finde das super spannend, was ihr macht und ich möchte gern in diesem Bereich auch partizipieren, dann immer zu uns kommen. Wir finden eine Möglichkeit, uns kennenzulernen und da gibt es die eine oder andere Veranstaltung. Das ist auf jeden Fall kein Problem.

Wir haben eben gesehen, dass die Gemeinschaft und das Knowhow, was wir aus der Gemeinschaft generieren können und teilen können intern, dass das schon sehr stark zieht. Denn die Unternehmen profitieren eben auch davon sehr stark.

Veranstaltungen

LB:
Eine Sache würde mich jetzt noch sehr interessieren, bevor ich zur Abschlussfrage komme. Du hast Veranstaltungen angesprochen, diese eine Messe, die jetzt in Frankfurt stattfindet demnächst. Was habt ihr noch so für Veranstaltungen, die jährlich stattfinden, die jetzt vielleicht auch für die Öffentlichkeit oder für die Mitglieder des Franchiseverbands dann zugänglich sind?

TB:
Wir haben jetzt in diesem Herbst noch mehrere Veranstaltungen, die sich befassen mit dem Thema Erfahrungsaustausch. Themenschwerpunkt 1 ist Innovationsmanagement. Das heißt, wie kann ich erfolgreich ein Franchisesystem weiterentwickeln? Wie kann ich strategisch rangehen, wie kann ich Franchisenehmer motivieren, mitzumachen? Innovationsmanagement ist ein Themenblock.

Der nächste Themenblock ist das Thema attraktiv sein auf dem Arbeitsmarkt. Mitarbeiter und Unterstützung der Franchisepartner bei der Mitarbeitergenerierung. Der dritte Teil ist Auswirkungen der DSGVO und was haben wir jetzt im letzten halben Jahr gelernt.

Dann gibt es Ausschüsse, die sich befassen mit dem Thema Franchisenehmergewinnung. Da haben wir gerade einen Leitfaden erstellt für die Phase vom Erstkontakt bis zur Vertragsunterzeichnung. Da haben wir den Rechtsausschuss, der sich mit neuen wettbewerbsrechtlichen Fragen auseinandersetzt.

Wir entwickeln unseren Ethikcodex weiter und es steht auch bei uns auf der Webseite. Auf Franchiseverband.com ist eine sehr gute Übersicht über unsere Termine jetzt.

Dann ist natürlich das Highlight des Jahres unser Franchise-Forum, was immer im Frühjahr stattfindet, es ist sozusagen das Gipfeltreffen der Franchise-Community hier in Berlin. Zusammen mit der FuckUp-Night haben wir die generiert und die ist ja das erste Mal mit Erfolg auch umgesetzt, wo wir Franchise-Unternehmern die Chance geben, auf der Bühne kurz zu erzählen, was waren ihre größten Fehler, die sie gemacht haben, in ihrer Unternehmerkarriere.

LB:
Da habe ich ein schönes Zitat jetzt gehört, das muss ein sogar Nobelpreisträger gesagt haben, ich habe den Namen aber jetzt leider nicht abrufbar. Er sagt, Experte ist der, der in einem kleinen Fachgebiet alle erdenklichen Fehler gemacht hat.

TB:
Genauso ist es. Das Schöne ist, dass einfach in der Gemeinschaft hier auch die Unternehmer bereit sind, mit ihren Erfahrungen dann auch rauszugehen und diese zu teilen mit den anderen. Und das ist über die Jahre jetzt auch gewachsen, ich begleite den Verband seit 2003, über die Jahre gewachsen und da ist eine sehr gute und große Vertrauensbasis entstanden.

Franchisegeber unter Franchisegebern mit Experten zusammen und wir freuen uns im Übrigen auch, dass du jetzt auch in unsere Reihen kommst als Experte, lieber Lars. Insofern sind wir auch angewiesen auf die Außensicht solcher Experten wie dir, die auch viel unternehmerisches Knowhow reinbringen. Du hast auch eine sehr vielfältige Vita hinter dir, auch mit Franchise-Erfahrung als Franchisenehmer, als Experte, als jemand, der Unternehmen jetzt auch berät und zur Seite steht. Also, da freuen wir uns sehr über die Zusammenarbeit.

LB:
Freue ich mich auch und bin auch ganz gespannt, was da rauskommt. Vor der letzten Frage, bevor wir uns verabschieden, was ist denn in der Zukunft vom Deutschen Franchiseverband zu erwarten? Ich habe dich ja kennengelernt als sehr innovationsgetrieben, immer nach vorne gucken. Also, welche Projekte geht ihr demnächst an?

TB:
Ein großes Projekt wird diese Social Community sein. Mit der möchten wir einfach die Aktivitäten der Mitglieder untereinander noch verstärken, noch intensivieren. Wir werden noch stärker den Fokus legen auf das Thema, wie generiere ich mehr Knowhow aus der Mitgliedschaft für die Mitgliedschaft heraus. Ein großes Projekt jetzt ist die Franchise-Expo.

Es hat seit 15 Jahren keine Expo mehr gegeben. Insofern wird das ein großes Projekt sein. Nicht nur diese Messe jetzt in Frankfurt vom 27. bis 29. September zum Erfolg zu führen, sondern auch zum Dauerbrenner zu machen. Und alles das, was unseren Mitgliedern Nutzen bringt, sie unterstützt bei der Franchisenehmerbindung, sie nutzt, ihnen hilft bei der Weiterentwicklung des Konzeptes. Alle Projekte, die wir anfassen, werden in diese Richtung gehen. Wir werden natürlich für Franchise werben, in Deutschland generell Image weiter ausbauen. Im politischen Umfeld werben, da werden wir mit Sicherheit nicht müde und an Innovationen auch zu denken.

LB:
Super, ja, ich bin sehr gespannt. Ich bedanke mich ganz herzlich bei dir, Torben, war wieder sehr interessant, mit dir zu quatschen und zu plaudern und mal so einen Einblick in den Deutschen Franchiseverband zu bekommen.

TB:
Sehr gern.

LB:
Danke dafür. Die nächste Folge kommt in 14 Tagen. Wir werden ab Oktober das Format auf wöchentlich umschalten, da haben wir genug Vorlauf, dass wir auf wöchentlich gehen können. Die ersten Folgen waren 14tägig, sind sehr gut angenommen worden.

Und wenn Euch das hier gefällt und Ihr Lust habt, mehr davon zu hören und es auch vor allen Dingen unters Volk zu bringen, bitte eine kleine Bewertung bei iTunes schreiben, da würden wir uns sehr drüber freuen.

Ja und dann wünsche ich Euch wieder mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, ciao.

[ssba]